Florstadt Archive - landbote.info https://landbote.info/tag/florstadt/ Internetzeitung für Rhein-Main und Mittelhessen Tue, 20 Feb 2024 12:37:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 85898093 Windkraft https://landbote.info/windkraft-15/ https://landbote.info/windkraft-15/#comments Thu, 15 Feb 2024 18:20:49 +0000 https://landbote.info/?p=51028 Neue Rotoren für weitere Orte möglich Die Regionalversammlung Südhessen hat grünes Licht für weitere Windkraftanlagen auch außerhalb der definierten Vorrangflächen gegeben – das meldet der Grünen-Abgeordnete Gerhard Salz. Somit könnten nun diverse alte Anlagen erneuert werden. Zehnmal so viel Windkraft wie bisher Mit einem Beschluss der Regionalversammlung Südhessen (RVS) vom Dezember 2023 wurden alle bisher … Windkraft weiterlesen

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Neue Rotoren für weitere Orte möglich Die Regionalversammlung Südhessen hat grünes Licht für weitere Windkraftanlagen auch außerhalb der definierten Vorrangflächen gegeben – das meldet der Grünen-Abgeordnete Gerhard Salz. Somit könnten nun diverse alte Anlagen erneuert werden.

Zehnmal so viel Windkraft wie bisher

Mit einem Beschluss der Regionalversammlung Südhessen (RVS) vom Dezember 2023 wurden alle bisher bestehenden Ausschlussflächen für Windenergieanlagen aufgehoben. Dies geschah laut Gerhard Salz durch die formale „Feststellung des Erreichens des ersten Flächenbeitragswertes nach § 5 Abs. 2 des Windenergieflächenbedarfsgesetzes“. Nun hätten alle Kommunen in Hessen wieder die Möglichkeit Flächen für die Windenergie neu
auszuweisen. Eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz sei weiterhin notwendig, so der

Die drei alten Windmühlen auf der Höhe bei Stammheim produzieren jeweils weniger als ein Megawatt. Mit der nun möglichen Erneuerung könnte sich ihre Leistung verzehnfachen, rechnet der Grünen-Politiker Gerhard Salz vor. foto: Nissen

Regonalversammlungs-Abgeordnete aus Florstadt. Hierbei würden Belange des Natur- und Artenschutzes überprüft und abgewogen.

Salz: In Karben, Nidda, Friedberg Platz für Rotoren

Bisher definierte der Teilplan Erneuerbare Energien, wo künftig Rotoren gebaut werden dürfen – beispielsweise auf dem Winterstein ander Grenze vom Hochtaunus- und Wetteraukreis. Andere schon länger genutzte Standorte fielen dabei heraus. Dort laufende Rotoren dürften dort nach dem Ablauf ihrer etwa zwanzigjährigen Betriebsdauer nicht mehr erneuert werden.

Gerhard Salz aus Florstadt vertritt die Grünen im Wetterauer Kreistag und in der Regionalversammlung Südhessen. Foto: Grüne Florstadt

Das Problem sei nun behoben, so Gerhard Salz, der für die Grünen vom Wetterauer Kreistag in die Regionalversammlung
gewählt wurde. „Hierunter fallen auch Flächen in Karben, in Florstadt, in
Friedberg, in Nidda, in Hirzenhain und in Kefenrod auf denen momentan Windräder stehen. Bei all diesen Flächen ist in Zukunft ein sogenanntes Repowering möglich. Hierbei werden ältere, teilweise abgängige Windenergieanlagen durch neuere, meist leistungsstärkere Windräder ersetzt.

Der Bau neuer Anlagen an schon länger genutzten Standorten lohnt sich auch für die Kommune, schreibt Salz. „Durch Bundesgesetz ist jetzt festgelegt, dass die Städte und Gemeinden, in denen neue Windräder gebaut werden, pro erzeugter Kilowattstunde Strom pro Kilowattstunde bis zu 0,2 Cent von den Einnahmen des Betreibers erhalten können.“

Neue Anlagen bringen die zehnfache Leistung

Beispiel Florstadt: Dort stehen im Stadtteil Stammheim drei Anlagen mit jeweils 600 Kilowatt Leistung. Sie haben laut Salzu pro Jahr durchschnittlich 1.7 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Das hätte in der Vergangenheit für die Stadt einen jährlichen Erlös von 3200 Euro gebracht.

Nun könnte man die Windräder durch moderne mit bis zu zehn Megawatt Leistung ersetzen, die bis zu 15 Millionen Kilowattstunden pro Jahr produzieren könnten. Die Einnahmen für die Kommune würden dadurch auf 24000 bis 30 000 Euro pro Jahr klettern, rechnet Gerhard Salz vor.
Auch die Stromwende würde für Florstadt in Reichweite kommen. Heute verbraucht die Stadt etwa 28 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, so der Energieexperte der Grünen. Davon erzeuge man heute etwa vier Millionen Kilowattstunden im Stadtgebiet durch Wind und aus
selbst genutzten Solaranlagen. Das sei ein Anteil von etwa 14 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Mit leistungsstärkeren
Windenergieanlagen käme man rein rechnerisch schon auf über 50 Prozent.

Die drei alten Rotoren bei Stammheim stehen momentan still, so Gerhard Salz. Foto: privat

Fazit: „Die derzeit stillstehenden Windräder in Stammheim sollten möglichst schnell ersetzt werden“, empfiehlt Gerhard Salz. Darüber hinaus könnte man mit dem Betreiber über den Bezug von preisgünstigem Windstrom für die Stadt und die
Bevölkerung sprechen.

Neun neue Rotoren in Birstein, drei in Weilrod

Im Zuge der jüngsten Antragswelle für neue Windkraftanlagen hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt eine ganze Reihe von Vorhaben in Südhessen genehmigt. Im November wurden neun Anlagen für den Windpark Aurora in Birstein und eine Anlage in Sinntal-Schwarzenfels – alle im Main-Kinzig-Kreis – genehmigt. Nun darf laut RP auch der Windpark Weilrod im Hochtaunuskreis um drei Anlagen erweitert werden. Darüber hinaus sei ein Genehmigungsverfahren für drei Anlagen weit fortgeschritten.

Damit hätte die Behörde nach eigener Berechnung innerhalb von drei Monaten knapp 100 Megawattzusätzliche Leistung aus Windkraft genehmigt. Für das Jahr 2024 erwartet das Regierungspräsidium noch viele weitere Anträge. Es hat eine Projektgruppe eingerichtet, damit die Anträge möglichst schnell bearbeitet werden.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens beteiligt die Projektgruppe bis zu 30 Fachbehörden, die das Vorhaben und die hierfür eingereichten Unterlagen prüfen. Erst wenn sie vollständig sind, läuft die Genehmigungsfrist. Für seine Entscheidung hat das RP Darmstadt je nach Art des Verfahrens zwischen drei und sieben Monaten Zeit.

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Interview https://landbote.info/interview-3/ https://landbote.info/interview-3/#respond Tue, 07 Feb 2023 07:27:00 +0000 https://landbote.info/?p=44227 „Geld ist auf Dauer kein Motivator“ Der Nachwuchs an qualifiziertem Personal wird immer knapper. Fast überall. Nur in der Florstädter Stadtverwaltung nicht, sagt Bürgermeister Herbert Unger. Im Interview mit dem Neuen Landboten verrät der 64-jährige Sozialdemokrat, wie man dem Fachkräftemangel ein Schnippchen schlägt. Am 8. Februar 2023 erscheint ein weiterer Text über die Nachwuchs-Strategien weiterer … Interview weiterlesen

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„Geld ist auf Dauer kein Motivator“ Der Nachwuchs an qualifiziertem Personal wird immer knapper. Fast überall. Nur in der Florstädter Stadtverwaltung nicht, sagt Bürgermeister Herbert Unger. Im Interview mit dem Neuen Landboten verrät der 64-jährige Sozialdemokrat, wie man dem Fachkräftemangel ein Schnippchen schlägt. Am 8. Februar 2023 erscheint ein weiterer Text über die Nachwuchs-Strategien weiterer Kommunen und des Wetteraukreises.

Personalmangel im Rathaus ist vermeidbar

Herr Unger, viele Unternehmen und Verwaltungen haben Probleme, genug fachkundiges Personal zu bekommen. Wie sieht es in Florstadt aus?

Herbert Unger: Wir sind keine Insel der Seligen. Aber in unserer Stadtverwaltung habe ich den Fachkräftemangel nicht.

Herbert Unger hat gut Lachen. Der Sozialdemokrat ist seit dem Jahr 2000 Bürgermeister in Florstadt. Foto: Nissen

Wie kann das sein?

Es gibt eine gute Bindung zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Stadt als Arbeitgeberin. Ich denke, dass wir human und sozial eingestellt sind. Wir streben eine angenehme Arbeitsatmosphäre an.

Sie haben also ein gutes Betriebsklima? Wie kriegt man das hin?

Indem man den Spaß an der Arbeit erhält. Und über die Arbeitszeitregelung. Wir haben eine Dienstvereinbarung über gleitende Arbeitszeiten. Zusätzlich gibt es auch mal frei, wenn ein Unfall in der Familie ist, oder ein Krankheitsfall. Und wenn ein Mitarbeiter persönliche Probleme an mich heranträgt, muss ich auch Verständnis dafür haben, dass sich seine Arbeitsleistung vorübergehend ändert. Die gute Kommunikation und ein humaner Umgang miteinander zahlt sich aus. Da gibt es keine Abwanderung. Wenn keiner kündigt, fühlen sich die Leute offenbar wohl.

Wie viele Menschen arbeiten für Florstadt?

In der Verwaltung sind es 30. Insgesamt an die 140. Allein in den Kindertagesstätten arbeiten um die 70 Menschen, die Minijobber nicht mitgezählt. Im vorigen Oktober konnten wir in Nieder-Florstadt eine Kita mit sieben Gruppen an den Start bringen. Dafür haben wir vorher schon Leute eingestellt und andere ausgebildet. Darauf muss man Jahre vorher hinarbeiten.

Zahlen Sie übertarifliche Gehälter?

Nein. Geld ist auf Dauer kein Motivator. Dafür steht keiner gerne jahrelang morgens früh auf und macht einen unattraktiven Job. Es muss Freude bereiten, zur Arbeit zu gehen. Außerdem bergen übertarifliche Zahlungen die Gefahr, dass es sehr schnell zu Ungerechtigkeiten kommt.

Inwiefern?

Es kann zu Ungleichgewichten gegenüber anderen Abteilungen der Verwaltung kommen. Wenn das Kita-Personal höher bezahlt wird, muss ich die ebenso verzweifelt gesuchten Elektriker für den Bauhof ebenfalls besserstellen. Das bringt Unruhe ins ganze System.

Also mehr gute Laune als mehr Geld für die Menschen im Rathaus?

Auf jeden Fall ist die Arbeit bei uns abwechslungsreicher als in größeren Verwaltungen. In der Finanzabteilung der Großstadt hat man immer dieselben Gewerbesteuer-Fälle mit den Buchstaben A bis F zu erledigen. Bei uns fällt das ganze Portfolio von der Hundesteuer-Anmeldung bis zur Gewerbe- und Grundsteuer an. Da redet man auch mal mit den Leuten, die ihren Hund anmelden.

Spürt die Stadtverwaltung den Fachkräftemangel denn bei ihren Dienstleistern?

Seit der Pandemie schon. Wenn man mal einen Heizungsmonteur oder einen Dachdecker braucht, wird es schwierig. Wir haben zwar unsere Stammlieferanten, aber die haben zu wenig Leute. Schwierig ist es, wenn die Handwerker die Baustelle schon verlassen haben und dann noch Nacharbeiten zu machen sind. Dann wird es zäh.

Es gibt zu wenige junge Menschen, die ins Handwerk wollen?

Das Problem fängt schon bei den Eltern an. Die wollen von Anfang an, dass ihr Nachwuchs einmal Abitur macht. Die Kinder sollen Akademiker werden. Dieser Druck führt dazu, dass sie nicht mehr unbefangen lernen können. An den Ergebnissen der Eignungstests für unsere Azubis kann man klar ablesen, dass das Bildungsniveau der Schulabgänger in den letzten Jahren gesunken ist. Gleichzeitig sind die Anforderungen der Arbeitgeber gestiegen. Nur die wenigsten Hauptschulabgänger schaffen es noch, den Gesellenbrief zu erlangen.

Interview: Klaus Nissen

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