Wölfersheim

Bürgermeister-Wahlkampf nimmt Fahrt auf

Der Bürgermeisterwahlkampf in Wölfersheim kommt auf Touren.  Am ersten Weihnachtsfeiertag meldeten sich beide Bewerber um den Chefposten im Rathaus mit Pressemitteilungen zu Wort. Während sich der unabhängige Kandidat Thomas Küchenmeister, (Foto) für die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Hungen einsetzt, rühmt sich SPD-Bewerber Heike See seiner guten Beziehungen zur Firma Hinnerbäcker in Berstadt. Küchenmeister wird von CDU, FWG, Grünen und FDP unterstützt. Gewählt wird der neue Bürgermeister zusammen mit dem neuen Wetterauer Landrat am 4. März.

Reaktivierung der Bahnstrecke nach Hungen

Im neuen Fahrplan, der seit dem 10. Dezember in kraft ist, sieht Küchenmeister ein gutes Zeichen für die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Hungen. „Zwischen Wölfersheim und Friedberg verkehren seither an Werktagen drei Züge mehr in jede Richtung. Vor allem abends hat sich das Angebot verbessert. In beide Richtungen gibt es nun zwischen 16 Uhr und 21:30 Uhr einen Halbstundentakt. Das hat es in der 120jährigen Geschichte der Bahnstrecke noch nie gegeben“, stellt der unabhängige Bürgermeisterkandidat fest und folgert: „Ich werte die Ausweitung des Zugangebots als weiteres klares Zeichen dafür, dass der RMV mittelfristig die Reaktivierung der Strecke bis nach Hungen anstrebt.“ Schon die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs am Vormittag sowie an Samstagen und Sonntagen vor einem Jahr sei ein deutliches Signal in diese Richtung gewesen. Auch gebe es wieder viel mehr umsteigefreie Verbindungen von und nach Wölfersheim.

Die Kommunen täten gut daran, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. In Wölfersheim folge als nächste wegweisende Maßnahme der Umbau des Bahnhofsgeländes. Trotz dieser wichtigen Schritte sei nicht alles im Wölfersheimer Nahverkehr gut. Der Halbstundentakt abends von Friedberg nach Wölfersheim gilt nicht für die nördlichen Ortsteile Berstadt und Wohnbach. Hier herrscht nach wie vor Stundentakt. Zudem sei der Preis für die Stärkung des Zugverkehrs durch den RMV der Verlust der Busse, die vor allem die Ortslage von Södel erschlossen haben. Innovative Ansätze wie Bürgerbusse könnten hier Lösungen bringen, meint Küchenmeister, der auch die Idee unterstützt, über die Möglichkeit eines Busverkehrs nach Bad Nauheim nachzudenken.

Breit aufgestellte Unternehmenslandschaft

SPD-Bürgermeisterkandidat Eike See hat zusammen mit Amtsinhaber Rouven Kötter (SPD) die Firma Hinnerbäcker in Berstadt besucht. „Die Gemeinde Wölfersheim war schon immer nicht nur Wohnort, sondern auch Wirtschaftsstandort. Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen vor Ort sind wichtige Aufgaben für einen Bürgermeister, wenn er an unsere stolze Tradition anknüpfen und die Gemeinde für die Zukunft als Lebensmittelpunkt attraktiv halten möchte“, erklärt er in seiner Pressemitteilung. Sein Opa Siegmund Krahn habe wie sehr viele seiner Generation bei der Preag gearbeitet. Damals sei Wölfersheim bekannt dafür gewesen, „dass man hier solide Arbeitsplätze bekommen konnte, wo man mit harter Arbeit faires Geld verdiente“. Nach der Schließung des Bergbau- und Kraftwerksbetriebes Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts habe sich in Wölfersheim ein massiver Strukturwandel vollzogen. Aus einer sehr einseitigen Wirtschaftsausrichtung mit etwa 1.500 Arbeitsplätzen, sei eine sehr breit aufgestellte Unternehmenslandschaft mit mehr als 2.000 Arbeitsplätzen geworden, „Tendenz weiter steigend“.

Der noch amtierende Bürgermeister Rouven Kötter (SPD) mit SPD-Bewerber Eike See (von links) beim Besuch er Firma Hinnerbäcker.

Eines der Unternehmen, das dazu beitrage, seist die Traditionsbäckerei Hinnerbäcker. Bürgermeister Kötter:  „Ich habe während meiner Zivildienstzeit als Aushilfsfahrer bei Hinnerbäcker gearbeitet und pflege seither eine gute Beziehung zur Unternehmerfamilie Steinhauer. Als Wölfersheimer Bürgermeister kann ich mich glücklich schätzen, solche Betriebe in Wölfersheim zu wissen. Hinnerbäcker ist der größte handwerkliche Arbeitgeber der Wetterau und unterstützt unsere Gemeinde bei vielen Gelegenheiten. Nicht zuletzt auch als Premium-Kultursponsor für unsere zahlreichen kulturellen Veranstaltungen.“

Firmenchef Jens Steinhauer, der mittlerweile mit seiner Familie nach Wölfersheim gezogen sei, sei eine kreative und verlässliche Wirtschaftsförderung sehr wichtig. „Wir haben hier in Wölfersheim mit dem damaligen Bürgermeister Joachim Arnold sehr gut zusammengearbeitet und finden aktuell bei Rouven Kötter stets ein offenes Ohr und Unterstützung. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir uns auch in Zukunft im Wölfersheimer Rathaus auf einen fachlich kompetenten und kreativen Ansprechpartner verlassen können. Verlässlichkeit ist für uns ein hohes Gut“, zitiert See in seiner Pressemitteilung Steinhauer. Als Bürgermeister wolle er durch regelmäßige Besuche mit den örtlichen Unternehmern in Kontakt bleiben und deren Bedürfnisse erfragen, kündigt See an. Die Pflege der örtlichen Wirtschaft ist seiner Meinung nach noch wichtiger, als das Ansiedeln neuer Betriebe. Aber um beides müsse man sich kompetent und engagiert kümmern. „Wirtschaftsförderung würde bei mir Chefsache werden, das ist absolut klar“, sagt er. Den örtlichen Betrieben müssten Entwicklungsmöglichkeiten und Unterstützung geboten werden. See: „Der Internethandel ist eine große Herausforderung für die lokale Wirtschaft. Wir müssen uns gemeinsam Gedanken machen, wie man darauf reagieren kann. Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr umdrehen, daher brauchen wir kreative Ansätze, um das Internet nicht als Feind anzusehen, sondern dessen Möglichkeiten und Chancen für unsere örtliche Wirtschaft zu nutzen.“

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