Windkraft

windrad1Horrormeldungen der Gegner

Von Anton J. Seib

Mit Horrormeldungen versuchen Windkraftgegner in Butzbach ein Bürgerbegehren gegen Windräder zu inszenieren.

Das angebliche Nerz-Sterben

100 Nerze mussten sterben, weil sich in der Nähe der dänischen Tierfarm Windräder drehten, behaupten Windkraftgegner. Die 100 toten Tiere aus der Familie der Marder sind für sie der Beweis, dass der Infraschall der Rotoren gesundheitsschädlich ist – auch für Menschen. Dänemark, so behaupten die Kritiker, darunter auch die Butzbacher Bürgerinitiative „Gegenwind in der Wetterau“, hätte wegen dieses Vorfalls die Ausbaupläne weitgehend auf Eis gelegt. Eine Behauptung, die jetzt der in Rockenberg ansässige Energiebildungsverein (EBV) anzweifelt.

Ausgangspunkt für die Skepsis gegenüber Windkraft war ein Vorfall, der sich  in der Nacht zum 6. Dezember 2013 auf einer Nerzfarm in Dänemark ereignet haben soll. Schon beim ersten Lauf neuer Windräder hinter dem Hof von Kaj Bank Olesen, Nerzzüchter in Vildbjerg, seien die Tiere in ihren Käfigen ausgeflippt, berichteten im März mehrere Zeitungen. Etwa 100 hätten sich gegenseitig so schwer verletzt, dass sie getötet werden mussten. Schnelldiagnose: Ursache war der Infraschall der Rotoren. Viele dänischen Kommunen hätten deshalb ihre Ausbaupläne für Windparks vorerst auf Eis gelegt, zitierte damals die deutsche Zeitung „Welt“ Jan Hylleberg, Vorstandschef des Verbandes der dänischen Windindustrie.

„Laienschar mit persönlichen Interessen“

Die Butzbacher Windkraftgegner um ihre Sprecherin Andrea Groh hatten unter anderem mit den Vorfällen in Dänemark Front gegen einen Windpark nahe des Butzbacher Stadtteils Bodenrod gemacht und ein Bürgerbegehren angekündigt. Tenor: Windräder machen krank. „Horrormeldungen“ und „Phantasiegebilde“ schimpft Diethardt Stamm, seit Jahrzehnten Verfechter alternativer Energien und Vorsitzender des Energiebildungsvereins. Er ruft die Bevölkerung auf, das Bürgerbegehren zu boykottieren. „Die Bevölkerung in Butzbach soll sich nicht von einer kleinen Laienschar, die nur persönliche Interessen im Auge habe, aufhetzen lassen“, so Stamm. Und verweist auf eigene Recherchen.

Dem EBV liegt laut Stamm eine Antwort der staatlichen dänischen Energieagentur, einer Unterbehörde des dänischen Ministeriums für Klima, Energie und Bau, zu den Behauptungen über die Nerzfarm vor. Stamm: „Danach ergibt sich ein völliges Phantasie- und Lügengebilde der Windkraftgegner.“ Wörtlich heißt es laut Stamm in dem Schreiben: „Der Ausbau der Windkraft stagniert nicht. Im Jahr 2014 wurden Onshore- Windenergieanlagen mit einer Kapazität von 106 MW errichtet und Anlagen mit einer Kapazität von 29 MW demontiert“.

Weiter werde festgestellt, dass „viele Kommunen weiterhin den Ausbau von Windkraft planen“. Und: „Anhand der existierenden wissenschaftlichen Grundlagen gibt es keinen Beleg dafür, dass Windräder negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben“. Wegen der Nerze habe die staatliche dänische Energieagentur auch noch das dänische Kompetenzzentrum für Landwirtschaft und Pelztiere befragt. Stamm: „Die eindeutige Antwort lautet, dass Berichte über negative Auswirkung auf die Produktion von Nerzen – selbst bei einem Abstand von nur 200 m zu Windrädern – nicht vorliegen.“

40 Prozent Windstrom

Der Energiebildungsverein hat eine andere Theorie, wie es zu dem Nerz-Sterben kam: Die nicht artgerechte Haltung von Tieren habe zu den Aggressionen geführt. Diese Vorkommnisse als Gefahr für die menschliche Gesundheit zu sehen, sei „milde gesagt unehrlich“. Stamm: „Hat schon mal jemand von Infraschall beeinflusste Kühe, Schafe oder Ziegen auf deutschen Wiesen gesehen, die sich gegenseitig gebissen haben?“
Es gibt aber auch andere Zahlen. Laut „Welt“ sind 2014, im ersten Jahr nach dem Vorfall in Vildbjerg, landesweit nur noch neue Windmühlen mit einer Gesamtleistung von 67 Megawatt ans Netz gegangen. Im Jahr zuvor seien es 694 Megawatt gewesen. Wie dem auch sei: Unser nördliches Nachbarland ist mit einem Anteil von 40 Prozent am Stromverbrauch immer noch weltweit führend bei der Windstromerzeugung.

Immerhin hat die dänische Regierung 2014 eine Untersuchung zu Gesundheitsgefahren durch Windräder in Auftrag gegeben. Untersucht würden unter anderem die Auswirkungen von niederfrequentem Schall, also Lärm, den man gar nicht hört, sagte Aslak Harbo Poulsen vom dänischen Krebsforschungsinstitut Kräftens Bekämpelse im März gegenüber der ARD-Tagesschau. Wissenschaftliche Belege für einen Zusammenhang zwischen den Symptomen und den Windkraftanlagen gebe es bislang jedoch nicht, sagt Poulsen damals. „Wir sind erst dabei, die Daten zu erheben und haben sie noch nicht analysiert. Deshalb kann man noch nicht sagen, ob diese Studie eine Bombe sein wird, die die Windenergie erschüttert.“

17 Gedanken zu „Windkraft“

  1. Vielleicht sollten diese Naturverbrecher, die sich Bürgerwindparkbetreiber, Energiegenossen, oder sogar wie in Butzbach, sich in „Energiebildungsvereine“ zusammen schließen, erst einmal Techniken entwickeln, die auch zuverlässig Strom liefert, denn genau diese EEG-Abzocker und nur das ist die richtige Bezeichnung für solche Menschen, bestehen aus einer LAIENSCHAR mit ausschließlich finanziellen Interessen.

    1. Hermann Dirr, eine Debatte kann man nur führen, wenn man Argumente statt Beschimpfungen vorbringt, sein Gegenüber nicht als Verbrecher bezeichnet und generell ein Minimum an Anstand zeigt! Sie dürfen hier zwar Ihre Tiraden veröffentlichen. So liberal ist der Landbote. Ernst nehme ich Sie aber nicht. Anton J. Seib

      1. das wort verbrecher beschreibt es aber gut. also ich kann die wut des herr dirr gut verstehn. ich nehme es zumindest ernst unser land vor den profitgierigen betreibern zu retten. sowas hätte es vor jahren nicht gegeben , dass man für eine selbstverständlichkeit , die natur und heimat zu schützen, kämpfen muss. sehr bedenklich ,wenn der mensch sowas weiter billigt.

      2. nun, ich war in der vergangenen Woche im Hunsrück, da sollten Sie auch einmal hin fahren. Wenn selbst Sie das nicht als Verbrechen ansehen, dann ist Ihnen nicht zu helfen. Oder kommen Sie ganz einfach zu mir in den Hohen Vogelsberg. Auf 6,5 km um meinen Haus herum haben Menschen, die es ausschließlich auf Subventionen aus dem EEG abgesehen haben, 85 Windindusrieanlagen gebaut. Weitere 40 Stück oder inzwischen noch mehr, sind geplant. Gerne mache ich mit Ihnen eine Führung. So wird Ihre kleine Welt in der Wetterau auch bald aussehen. Wenn Sie dann merken, dass dies ein Verbrechen ist, dann ist es zu spät.
        Wissen sie was das schönste ist? Alle Anlagen stehen in schöner Unregelmäßigkeit. Denn ohne Wind haben wir es zwar etwas ruhiger, aber das Fatale an der Sache ist, es gibt keinen Strom aus der Windkraft. Das betrifft sehr oft alle 25.000 deutsche Windindustrieanlagen. Raten Sie nun mal, warum noch kein deutsches Kohlekraftwerk, bei so viele Windkraftanlagen abgeschaltet wurden.
        Wie gesagt, ich mache gerne eine Führung

      3. oh, Sie mögen Argumente? Na, die kann ich Ihnen liefern. PV regelmäßig und windkraft unregelmäßzig glänzen Monat für Monat mit Totalausfällen. Schauen Sie einfach auf diese Tabelle, sie zeigt die minimalsten Einspeisungen von Wind und Sonne monatlich in 2014.
        http://www.rtf-radmarathon.de/VB/media/Allmenrod/3_minimalste_monatliche_Einspeisung.pngWenn nun bei einer installierten Leistung von über 70 GW, die Einspeisung dieser beiden tragenden Säulen der Energiewende wegfallen, wer liefert dann den Strom? Können es französische AKWs sein?
        Der vErdacht drängt sich auf wenn man den Stromfluss von Frankreich nach Deutschland und umgekehrt sieht.
        So wurden 2014 aus FR nach DE 14,8 TWh importiert
        von DE nach FR nur 0,83 TWh
        Erkennen Sie den Unterschied und wissen Sie wann uns Fr immer Strom liefern musste?

      4. Herr Seib,
        da Sie die dänischen Berichte des Nerzzüchters in Zweifel ziehen, hier der Link zu einer Studie aus den USA: http://www.sciencedaily.com/releases/2015/05/150506164232.htm

        In einer 5 jährigen Untersuchung wurden 23 Balzplätze des Präriehuhnes eingehend beobachtet. Das Monitoring fand sowohl vor als auch nach der Errichtung von Windkraftanlagen statt.

        Die Forscher fanden heraus, dass zahlreiche Balzplätze in einem Umkreis von bis zu 8 km um die neu errichteten Anlagen aufgegeben wurden. Zudem wurde durch Fänge festgestellt, dass sich das Körpergewicht der verbliebenen Präriehühner nach dem Bau der Windräder reduziert hat.

        Aber in Deutschland werden ohne Rücksicht auf Mensch und Natur Windindustrieanlagen gebaut.

  2. warum soll ich mit einem teil meiner stromrechnung den profit zahlen, den hessenforst durch verpachtung erzielt? warum soll ich den anlegern von bürgerwindrädern den erhofften profit finanzieren? warum soll ich es akzeptieren, dass für eine unsinnige und unzuverlässige stromproduktion wälder bzw. naturpark zerstört werden? warum soll ich der weltuntergangsstimmung folgen, und meinen mit tausenden von windrädern die welt zu retten? warum soll ich ein system akzeptieren, was geld aus meinem geldbeutel durch zwangseinspeisung zieht… eeg – umlage?

    1. Für Windräder werden ganze Wälder abgeholzt? Bürgerwindparks sind Profitunternehmen? Schon mal was von Atomkraftwerken und riesigen Landzerstörungen durch Braunkohle in Garzweiler, in Tschechien oder der DDR gehört? Und Sie haben die Atomkraft mit tausenden von D-Mark und Euro finanziert!! Nachdenken. sich informieren. Und dann reden.

  3. Für kaum Nutzen so viel Schaden an der deutschen Natur anzurichten steht in keinem vernünftigen Verhältnis. Was wir hier machen ist eines der größten Naturverbrechen der deutschen Geschichte ,nur merken tut es keiner. Nur für Geld und Macht ein Land zu ruinieren? Sowas ist moralisch gesehen absolut daneben . Als eine Regierung ,die es weiß, dass es nicht funktioniert , aber wissentlich weitermacht und den Bürger hinters Licht führt, damit der das EEG weiter akzeptiert, die sollte sich schämen! Paradoxer Naturschutz – made in germany 🙁

    1. Land ruinieren, Geld und Macht, Bürger hinters Licht führen? Sie reden also von der Atomkraftlobby. Ansonsten: Hirn einschalten! Anton J. Seib

      1. Ich sehe schon Herr Seib, es hat keinen Zweck, Sie stehen auf der richtigen Seite, die, der Guten. Die Menschen denen die Natur wichtig ist, das sind in diesem „Energiewende-Epos“ die Bösen.
        Zitat Bügermeister Weitzel (Mücke) weil Vogelschutzgebiete den Windkraftbau im Wege sind:
        “ jetzt rächt es sich, dass wir 2005 den Vogelschutzgebieten zugestimmt haben“

        Gemeindevorsteher Feldatal in einer öffentlichen Sitzung: „wir wollen nicht das Naturmuseum für die Ballungszentren sein“

        Herr Seib, das sind alles die Guten, die sich für ihr letzte und einzige Natur einsetzen, die sich um ihre Gesundheit sorgen, die sich um ihre Landschaften sorgen und die elendig verreckte Vögel unter den Windkrafträdern aufsammeln und sie der staatlichen Vogelschutzwarte melden, das sind die Schlechten.
        Na, ja, ich denke das Blatt wird sich bald wenden.

  4. Sehr geehrter Herr Seib, vielleicht sollten Sie sich die paar Minuten Zeit nehmen und sich das anschauen
    http://windflut-elpe.de/schockierende-bilder-einer-irrsinnigen-energiepolitik/

    Damit den Naturzerstörern, bzw. die, die sich als Klimakatastrophenretter ausgeben und eigentlich nur Kasse machen wollen, nicht die Augen verletze, können Sie den Link ja wieder löschen. Aber zumindest Sie sollten sich das anschauen. Ist eine kleine Vorschau auf die Wetterau von morgen
    LG aus dem Vogelsberg

    1. Sieht nicht idyllisch aus, zugegeben. Meine Augen verletzt das nicht. Sieht immer noch besser aus als die zerstörten Landschaften um Tschernobyl, um Fukushima oder nahe Garzweiler oder den tschechischen Braunkohlegebieten. Letztere habe ich gesehen. Was sagen Sie dazu? Ist das hinnehmbar?

      1. Wurde irgendwann einmal in Erwägung gezogen, Deutschland mit Tagebaubetriebe zu überziehen? Nur weil sie Braunkohleabbaugebiete ansprechen. Der wesentliche unterschied von fossilen Speichermedien zu Wind und Sonne, die herkömmlichen Kraftwerke können uns durchgängig mit Strom versorgen. Ob ich nun Tagebau mag oder nicht. Es wird uns nach dem Abschalten der letzten AKWs nichts anderes übrig bleiben und die fehlende Leistung durch Kohle-, Gas-, oder Ölkraftwerke zu ersetzen. Das ist die Realität und kein Wunschdenken. Eben weil wir (die Bundesregierung) den Atomausstieg beschlossen haben, ist es nicht mehr von Nöten, die Atomkeule auszupacken. Die deutsche Atomangst ist deswegen aber nicht beseitigt. Tschechien hat gerade beschlossen 4 Reaktoren zu bauen. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Vielleicht für uns? Vielleicht wegen unseren Weg, ein Industriestaat mit unsteten Stromeinspeisungen aus Wind und Sonne, versorgen zu wollen? Gäbe es großtechnisch nutzbare und bezahlbare Speicher, sähe die Sache schon wieder anders aus. Doch das ist ganz ferne Zukunftsmusik. Bis dahin sind alle heute gebauten PV- und Windwahnanlagen schon wieder Schrott. Also wozu das Ganze? Ich denke Sie kennen selbst die Antwort.

  5. Sie schreiben: „Immerhin hat die dänische Regierung 2014 eine Untersuchung zu Gesundheitsgefahren durch Windräder in Auftrag gegeben“. Dann sind Sie doch auch für ein Windkraftausbau Moratorium bis die „Fakten“ endlich geklärt sind?

    Das wäre vernünftig, denn unser Umweltbundesamt schreibt in einer Machbarkeitsstudie zu den Wirkungen von Infraschall: „ … dass negative Auswirkungen von Infraschall … auch bei Schalldruckpegeln unterhalb der Hörschwelle nicht ausgeschlossen sind.“
    Hier das PDF: http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_40_2014_machbarkeitsstudie_zu_wirkungen_von_infraschall.pdf

    Wir empfehlen allen Mitlesern dieses kurze Video von Spiegel Online (07.06.2015):
    https://www.youtube.com/watch?v=D9fcymbitiE

    Für die Gewährung dieses tiefen Einblicks in die Realität ist dem Redaktionsteam herzlich zu danken. Die eingangs gestellte Frage „schadet saubere Windkraft der Gesundheit?“ ist allerdings im Bereich des Hypothetischen zu verorten. Bekanntlich gibt es keine saubere Windkraft: http://www.vernunftkraft.de/windkraft-geht-nicht/

    Ebenso bekanntlich ist der Beitrag dieser potentiellen Gesundheitsschädiger für eine sinnvoll definierte Energiewende mit Null anzusetzen: http://www.vernunftkraft.de/vier-mal-vier-jahreszeiten-eine-zwischenbilanz-in-bildern/

    Für interessierte Bürger hier eine informelle Aufarbeitung des komplexen Akustik-Themas: http://umweltmessung.com/wp-content/uploads/2015/06/Kommentierung-Studien-Infraschall.pdf

    Hier eine weitere Übersicht zu Studienergebnissen und Analysen der Auswirkungen von tieffrequentem Schall, Infraschall und Körperschall auf den Menschen für Fachleute: http://umweltmessung.com/wp-content/uploads/2015/06/Machen-Windkraftanlagen-krank.pdf

    Liebe Grüße Elpe

    1. Zum Spiegel-Video:
      „Möglicherweise“, „offenbar“, „womöglich“, „sind davon überzeugt“ – Redewendungen gleich zu Beginn des Videos. Und dann werden Menschen gezeigt, die wegen Windrädern in einem Schutzbunker unter der Erde schlafen. Okay, wenn das seriös ist, dann danke. Es gibt weltweit hunderttausende von Windrädern, in Deutschland Tausende. Sollte stimmen, was da suggeriert wird, wären wir eine Gesellschaft von kranken Menschen. Natürlich gibt es Infraschall, überall!! An Eisenbahnstrecken, Autobahnen, Flughäfen usw. usf. Aber warum ist er ausgerechnet nahe Windkraftanlagen besonders schädlich? Das müsste mir mal ein Windkraftgegner erklären.

  6. Liebes Landbote Team,
    ein komplexes Thema wie Infraschall in ein paar Minuten abzuarbeiten, damit dürfte auch Spiegel-Online sicherlich
    überfordert sein. Immerhin wurde es gesendet, was sicherlich viel Mut beweist. Haben Sie sich auch unsere informativen Links angesehen? Insbesondere der „versteckte“ Hinweis vom Umweltbundesamt, das man sich doch nicht so sicher ist? Das sollte einem gesunden Menschenverstand zu denken geben.

    Juristen sehen das übrigens so:
    Aus dem verfassungsrechtlichen Schutzauftrag aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes ergibt sich für den Staat die Pflicht, „das Leben und die körperliche Unversehrtheit des Einzelnen zu schützen, d.h. vor allem auch vor rechtswidrigen Eingriffen von Seiten anderer zu bewahren“ (z.B. Bundesverfassungsgericht, BVerfGE 115, 320/346).
    Die Verletzung dieser Schutzpflicht kann von allen Grundrechtsträgern geltend gemacht werden, „auch von besonders empfindlichen Personen“ (Jarass in Jarass/Pieroth, Grundgesetz-Kommentar, 13. Auflage 2014, Art. 2 GG Rn. 91 f.). Selbst dann also, wenn die These zutrifft, dass nur ein bestimmter Ausschnitt aus der Bevölkerung eine Anfälligkeit für die Gesundheitsgefahren des Infraschalls zeige, führte dies somit nicht zu einer anderen rechtlichen Bewertung: Lässt der Staat (in diesem Sinne umfasst der Begriff auch die Kommunen) es zu, dass Großwindanlagen in einem völlig unzureichenden Abstand von teilweise nur wenigen 100 Metern zu menschlichen Wohnungen errichtet werden, verletzt er seinen staatlichen Schutzauftrag und kann für die gesundheitlichen Folgen haftbar gemacht werden.
    Vor diesem Hintergrund birgt es große Gefahren auch für Kommunen und ihre Akteure, wenn diese bei ihrer Planung von sog. „Windkraft-Vorrangflächen“ bereitwillig den „Abwägungsvorschlägen“ der beauftragten Planungsfirmen folgen, die meist zum – dieser Begriff ist wohl inzwischen angemessen – ökologisch-industriellen Komplex gehören.
    Diese unseriöse Vorgehensweise bringt nicht nur für die Gebietskörperschaften, sondern vor allem auch für die Stadtratsmitglieder persönlich eine Reihe von schwerwiegenden Haftungsrisiken mit sich, und zwar insbesondere im Hinblick auf die Gesundheitsgefahren für den Menschen.
    Den vollständigen Beitrag finden Sie hier:
    http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2014/2014_11_30_dav_aktuelles_grosswindanlagen.html

    Liebe Grüße aus dem Sauerland

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