Traumbusen-OP

Klinik kippt Werbekampagne

Schönheitsoperationen gibt es weiterhin, aber zumindest Werbung für die „Traumbusen-OP“ wird es beim Evangelischen Krankenhaus in Gießen nicht mehr geben. Die Werbekampagne für das Schnäppchen-Angebot war heftig kritisiert worden. Landbote-Autorin Ursula Wöll hatte exklusiv über die Traumbusen-Werbung berichtet, daraufhin waren mehrere Medien, darunter der Hessische Rundfunk, auf das Thema eingegangen.

Geschäftsführer rudert zurück

Nach der harschen Kritik am Schnäppchen-Angebot für Busenoperationen hat da Evangelische Krankenhaus die Kooperation mit dem Deutschen Ärzte Service in Würzburg beendet. Dessen Werbung „Traumbusen für 2999 Euro“ in einem Anzeigenblatt sei ihm „übel aufgestoßen“, so Krankenhausgeschäftsführer Tim Allendörfer gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd).

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„Das ist nicht Stil unseres Hauses, davon distanzieren wir uns“, so Allendörfer. In einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk hatte Allendörfer tags zuvor die Busen-Kampagne noch verteidigt. Allendörfer sagte, die Kooperation mit dem Deutschen Ärzte Service habe seit 2014 bestanden. Der vermittele Patienten an seriöse Krankenhäuser und Praxen. Er sei über die Werbung allerdings nicht informiert worden.

Nach Auskunft Allendörfers machen Schönheitoperationen im Evangelischen Krankenhaus nur einen geringen Teil aus. Grundsätzlich könne man sich die Frage stellen, ob ein christliches Krankenhaus solche Operationen anbieten solle. „Wir tun es.“ Es gebe Patienten, die unter einem bestimmten körperlichen Aussehen sehr stark leiden und einen hohen Leidensdruck hätten. Viele Patienten gingen ins Ausland und ließen sich unter mitunter schwierigen Verhältnissen operieren. Manchmal seien in Deutschland Nachoperationen nötig, um die Schäden wieder gut zu machen.

Laut Allendörfer sind an seiner Klinik drei Ärzte für plastische, ästhetische, rekonstruktive und Handchirurgie tätig. Sie seien frei in ihrer Entscheidung und hätten auch schon Patienten abgelehnt.

Das Gießener Krankenhaus ist seit 2008 Teil des evangelischen Gesundheitskonzerns Agaplesion. Zu ihm gehören bundesweit rund 100 Einrichtungen, darunter 29 Krankenhäuser mit zusammen etwa 6300 Betten.

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