Tage der Industriekultur

9 Tage, 47 Städte, über 150 Veranstalter

Von Corinna Willführ

Darmstadt als Standort von ESOC und EUMETSAT  kennenlernen. Wissenswertes zum  Turbinenwerk von Rolls Royce in Oberursel erfahren. Einblick in das Kunstgussmuseum in Hirzenhain erhalten: Nur drei von mehr als 450 Möglichkeiten, bei denen man in der Zeit der 16. Tage der Industriekultur Rhein-Main (28. Juli bis 5. August 2018) Produktionsanlagen, Technologieparks oder Unternehmen kennenlernen kann. Übergeordnetes Thema der Veranstaltungen in 2018: „Europa-Verbindungen“.

Klärwerk in Frankfurt-Niederrad. (Foto: Liz Rehm)

Von Aschaffenburg bis Wölfersheim

Das Angebot der 16. Tage der Industriekultur Rhein-Main ist riesig. Da gilt es auszuwählen, ob man sich mit der Schifffahrt auf dem Main beschäftigen möchte, mit der Niddertaleisenbahn oder der Kunst des Kelterns im Rheingau. 185 Punkte bietet das Programm 2018 in 47 Städten zwischen Aschaffenburg und Wölfersheim, Bad Vilbel und Eltville an.  Möglich wird dies mit der 120 Seiten umfassenden Info-Broschüre – oder auf der Seite der KulturRegion im Netz. Kategorien erleichtern die Auswahl. Beispielsweise ob ein Angebot für Architekturfans besonders interessant oder für Familien empfehlenswert ist. Auch kann nach den Veranstaltungsorten ausgewählt werden. Ebenso nach Führungen, Events, Bootsfahrten oder Radtouren.

Heute kaum mehr bekannt, aber einst europaweit einmalig: Der Steinbruch in Michelnau, in dem roter Basalt abgebaut wurde. (Foto: Corinna Willführ)

Der Vorteil der Ansicht im Netz gegenüber der gedruckten Broschüre: Auf der Homepage können ausgebuchte Veranstaltungen aktualisiert werden. So  gibt es leider keine Möglichkeit mehr, an der Fahrt mit der Dampflok von Hanau zum Frankfurter Flughafen oder an der Besichtigung der Geigenbauer-Werkstatt in Bauschenheim am Samstag, 28. Juli 2018, teilzunehmen.

Es gilt also, baldmöglichst bei den Führungen oder Besichtigungen, die eine Anmeldung erfordern, seine Teilnahme zu buchen.  Beispielsweise ebenfalls am Samstag, 28. Juli 2018, für die Führung durch den Michelnauer Steinbruch im heutigen Stadtteil von Nidda. Über Jahrzehnte war das Leben für viele Menschen in und um die Gemeinde unmittelbar mit dem verbunden, was im Steinbruch geschah. Denn dort gab es Arbeit. Nicht irgendeine. Eine sehr beschwerliche mit einem Stein,  der seinesgleichen in ganz Europa suchte: dem roten Basalt. Wie der aussieht: Zu sehen beispielsweise am Frankfurter Rathaus, dem Römer.

Nachdem die Produktion auf dem Gelände eingestellt wurde, hätte man den Steinbruch „fast vergessen können“. Dass dies nicht geschehen ist, ist vielen Ehrenamtlichen zu verdanken. Sie kümmern sich um das Areal, leiten Führungen. Und sorgen dafür, dass bei diesen der „Derrick“ funktioniert und sich die Spulen zu einem Dokumentationsfilm aus der Produktionsära des Michelnauer Steinbruchs drehen.

Ein kurzer  Ausflug in die Industriegeschichte im östlichen Teil der Wetterau.  Der Ausflug hätte genauso zu den Mühlenbetrieben am Urselbach im Hochtaunuskreis führen können. Oder zu den Main-Brücken in Frankfurt, unter denen sich tagtäglich Lastkähne ihren Weg mit Fracht aus oder in viele Länder bahnen. Oder in das Klingspor-Museum in Offenbach, in dem man ziemlich, ziemlich viel zur Lederverarbeitung erfährt mit einzigartigen und außergewöhnlichen Exponaten, die zeigen, welch‘ Kunstwerke – von nützlich über phantastisch bis kitschig – aus Tierhaut hergestellt wurden und noch werden. Oder in die Weinkeller im Rheingau, deren Produkte nicht nur „Europa – Verbindungen“ haben. Ebenso wie  „Banken, Bordelle + Bohème“. So lautet der Titel von Stadtführungen durch das Frankfurter Bahnhofsviertel.

Der Ring-Lokschuppen im Hanauer Bahnhof. (Foto: Michael von Aulock)

Dass die 16. Tage der Industriekultur Rhein-Main 2018 das Schwerpunktthema „Europa-Verbindungen“ haben, ist durch das Motto des Europäischen Kulturerbejahres angeregt worden. „Die europäische Dimension und die Verbindungen in und nach ganz Europa prägen diese Region wie keine andere. Viele industriekulturelle Orte in der Region öffnen zu den Tagen der Industriekultur ihre Tore“, so Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion in einer Pressemitteilung zum diesjährigen Programm. Und schließen sie oftmals danach wieder. Deshalb: Unbedingt vormerken, eine Auswahl treffen und hingehen.

www-krfrm.de

 

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