Stunde der Wintervögel

Haussperling ist Spitzenreiter

Mit durchschnittlich 6,4 Exemplaren ist der Haussperling der am meisten gezählte Vogel in den hessischen Gärten. Das besagt die hessische Zwischenbilanz der achten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“, der Vogelzählung des Naturschutzbundes (Nabu). Der vergangene Winter mit sehr geringen Vogelzahlen war offenbar eine Ausnahme. „Von den meisten Arten wurden bei der Stunde der Wintervögel in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt“, sagt Nabu-Landesvorsitzender Gerhard Eppler.

Zwischenbilanz

Kohlmeise

Die besonders geringen Vogelzahlen vom Vorjahr seien ein Ausreißer gewesen „und haben sich zum Glück nicht wiederholt.“ Bis zum Dienstagmorgen, 9. Januar 2018, seien in Hessen bereits knapp 160.000 Vögel gemeldet worden, bundesweit über 2,3 Millionen. Die Stunde der Wintervögel gehöre damit „zu den größten bürgerwissenschaftlichen Mitmachaktionen Deutschlands“. Die Kohlmeise habe mit durschnittlich 5,8 Vögeln pro Garten den Abstand zur Spitze wieder verkleinert. In diesem Jahr habe sie den Titel der am weitesten verbreiteten Art ergattert. In über 96 Prozent aller Gärten und Parks sei sie gesichtet worden und habe damit die Amsel als Spitzenreiter verdrängt.

Auswirkungen des milden Winters

In seiner Zwischenbilanz stellt der Nabu auch Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Teilzieher fest. „Wie im Vorjahr blieben Stare und Heckenbraunellen vermehrt bei uns. Auch eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst“, erklärt Eppler. „Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher diesmal nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten zu uns zu ziehen. Mildes Wetter reicht allein nicht aus, um eine geringe Zahl an Wintervögeln in den Gärten vorherzusagen. Auch Faktoren wie das Angebot an Baumsamen im Wald und das Wetter in anderen Teilen Europas spielen eine Rolle.“ Vogelkenner können bei uns überwinternde Meisen aus dem Baltikum oder Sibirien sogar an ihrer Stimme erkennen: Sie singen in einem einem anderen Dialekt.

Noch bis zum 15. Januar können Zählergebnisse online unter stundederwintervoegel.de nachgemeldet werden, auch die Eingabe der postalisch eingegangenen Meldungen steht noch aus. Außerdem findet noch bis zum 12. Januar die „Schulstunde der Wintervögel“ statt. Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein. Die Endauswertung der Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar geplant.

Stunde der Wintervögel

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