Sprudelhof Bad Nauheim

Denkmalpflege lobt Konzept

Von Petra Ihm-Fahle

Mit 37 Ja- und vier Nein-Stimmen votierte das Bad Nauheimer Parlament  für das städtebauliche Sprudelhof-Konzept, das auf einem Entwurf des heimischen Architekten Johannes Hölzinger basiert. Das Landesamt für Denkmalpflege steht dem Projekt nach wie vor sehr positiv gegenüber, wie Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) mitteilt. (Foto: Beatrix van Oyen)

Therme wird im Februar ausgeschrieben

Kreß hat sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben, was er direkt umsetzt. Wenige Tage nach dem Parlamentsvotum zur Entwicklung des Sprudelhofs informiert er mit einer Pressemitteilung über das, was nun anliegt. „Auf Grundlage des mit großer Mehrheit gefassten Beschlusses am vergangenen Donnerstag stehen jetzt die nächsten Arbeitsschritte an“, erklärt das Stadtoberhaupt. Zur Vorbesprechung seien Vertreter der Landesdenkmalbehörde am  Dienstag, 30. Januar 2018, ins Rathaus gekommen.

Blick auf die alte Therme. Der Neubau soll im Februar ausgeschrieben werden. (Bild: Petra Ihm-Fahle)

Gemeinsam sei vereinbart worden, noch im Februar die Ausschreibung für die Suche nach dem Architekten und Betreiber der Therme zu veröffentlichen. Dazu gehören auch eine Sauna und ein Kur­mittelhaus im Badehaus 2. „Die Ergebnisse dieser Aus­schrei­bung werden in enger Abstimmung zwischen dem Landesamt für Denkmal­pflege Hessen und der Stadt geprüft und bewertet. Parallel dazu suchen wir einen Investor und Betreiber für den angestrebten Hotelneubau“, betont Jürgen Patscha (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung). Bei allen Schritten sei die Landesdenkmalpflege mit im Boot, auch bei der Vorbereitung eines Investoren- und Architektenwettbewerbs in 2019, der auf Basis der bisherigen städtebaulichen Studie von Hölzinger vollzogen wird. „Insbesondere die Aus­schrei­bungsunterlagen wie auch die Zusammensetzung des Preisgerichts werden dabei von zentraler Bedeutung sein.“

Im Gespräch (von links): Fachdienstleiter Matthias Mroncz, Fachbereichsleiter Jürgen Patscha, Bürgermeister Klaus Kreß, Landesdenkmalpflegerin Kristin Schubert und Corina Sauerwein (Denkmalschutz Wetteraukreis). (Bild: Rathaus)

Kritiker schreiben ans Amt

Da einzelne Kritiker aus der Bevölkerung mehrere Anfragen nach Wiesbaden geschickt hätten, stellen Stadt und Landesbehörde „gemeinsam und übereinstimmend“ Folgendes fest: „Die Anregung der Landesdenk­malpflege war, rund um den Sprudelhof zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept zu kommen, das alle Aspekte vereint.“

Vorschlag der Stadt sei der Hölzinger-Entwurf gewesen, der kein Endprodukt darstelle. Landesdenkmalpflegerin Kristin Schubert erläutert: „Wir haben diese Studie als Grundlage für einen Wettbewerb aufgefasst, der sich der Gesamtkonzeption der städtebaulichen Aufgaben annehmen soll. Die Planungen gehen von der Stadt aus und werden von den Denkmalbehörden entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag konstruktiv begleitet.“

„Ganzheitlicher Ansatz“

Der Chef der Landesdenkmalpflege Dr. Markus Harzenetter be­kräftigt: „Unser Amt ist als zuständige Fachbehörde in einem intensiven und kon­struktiven Dialog mit der Stadt.“ Zu den vorliegenden Planungen sei eine Einschätzung abgegeben worden. Demnach sehen die Denkmalschützer eine Möglichkeit, das „städtebaulich unbe­friedigende Umfeld des Sprudelhofs mit einem ganzheitlichen Ansatz zu entwickeln“. Heute sei der Nahbereich der Jugendstilanlage dominiert durch die Therme und deren Parkplätze einerseits, andererseits durch das Parkdeck. „Es ist sicher richtig, dass die Umsetzung der städtebaulichen Studie die Sichtbe­ziehungen auf den Sprudelhof verändern wird“, räumt Harzenetter ein. Dies sei allerdings in Abwägung zu bringen mit der Frage der dauerhaften und nachhaltigen Entwicklung des Sprudelhofes sowie der städte­baulichen Neuordnung seines Umfelds.

Entlang der Ludwigstraße soll eine Wohnbebauung realisiert werden, um Therme, Sauna, Kurmittelhaus und Tiefgarage zu finanzieren. Das stößt nicht nur auf Zustimmung. (Bild: Beatrix van Ooyen)

Stadt und Landesdenkmalpflege wünschen sich laut der Presseerklärung „eine konstruktive und sachliche Diskussion über die Zukunft des bedeutenden Jugendstildenkmals im Her­zen von Bad Nauheim und streben gemeinsam eine qualitativ hochwertige Lösung für die Gesamtanlage an“.

Zwei Bürgerinitiativen

Wie stark der Gegenwind blasen wird, wird sich zeigen. Gleich zwei Bürgerinitiativen setzen sich mit dem städtebaulichen Konzept für den Sprudelhof auseinander: Zum einen die BI Pro Gesamtkonzept Sprudelhof, die für die Pläne kämpft, es gibt aber auch eine zehnköpfige Gegenbewegung: Die „Initiative für einen zügigen Thermenausbau ohne Reihenhausbebauung“, angestoßen von Dr. Erik Meyer und Anne Schneider.

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