Rewe-Logistikzentrum

Das Märchen von den 550 Arbeitsplätzen

Die Automatisierungspläne der Konzernspitze von Rewe sind eine Bedrohung für die Arbeitsplätze, stellen die Wetterauer Grünen in einer Pressemitteilung fest. Das Hauptargumentder Befürworter des geplanten Logistikzentrums in Berstadt ist, dass hier insgesamt 550 Arbeits- und 20 Ausbildungsplätze entstehen sollen. Beim Branchenforum Handelslogistik NRW seien von Rewe die Automatisierungspläne erläutert worden. „Alle neuen Läger werden automatisiert sein. Neben dem Innenleben der Verteilzentren sollen auch die Prozesse an den Rampen stärker automatisiert werden als heute üblich. Die neuen Logistikzentren werden für den späteren Einsatz von Robotern vorbereitet“, zitieren die Grünen die „Lebensmittelzeitung“, die in ihrer Ausgabe vom 9. März 2018 darüber berichtete.

Die Interessen eines Konzerns

„Wir haben uns von Anfang an gefragt, ob angesichts der Digitalisierungs- und Automatisierungswelle, die die Logistik erfasst, das Arbeitsplatzargument der Befürworter nicht naiv ist. In unserer Stellungnahme zum Bebauungsplan im Januar forderten wir deshalb die Vorlage eines Gutachtens, das auf der Grundlage der technischen Entwicklung den sich abzeichnenden Automatisierungsgrad in der Logistik und die Auswirkung auf die Anzahl der vorhandenen Arbeits- und Ausbildungsplätze darstellt“, sagt der Wetterauer Grünen-Politiker Thomas Zebunke.

Nun sei klar, was passiere. Der Konzern bereite auch das geplante Lager in Berstadt auf einen maximal automatisierten Betrieb vor. Michael Rückl, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Wetterauer Kreistag, sagt: „Die Wölfersheimer SPD hat die Arbeitsplätze als Trumpfkarte ausgespielt, um in der Bevölkerung um Zustimmung zu buhlen. Der Betriebsrat spielt die gleiche Karte, indem er vom Erhalt heimatnaher Arbeitsplätze redet. Nimmt man dagegen die Planungen der Konzernspitze ernst, dann stehen genau diese Arbeitsplätze vor der Wegrationalisierung. Damit entpuppt sich die vermeintliche Trumpfkarte als Lusche. Dann wird bester Ackerboden dafür vernichtet, dass in absehbarer Zeit Roboter in einer Riesenhalle die Arbeit verrichten. Übrig blieben dann im Großen und Ganzen nur die Jobs der LKW-Fahrer.“

Das Logistikzentrum diene einzig und allein den betriebswirtschaftlichen Interessen eines Großkonzerns. Es diene weder den heute dort beschäftigten Arbeitnehmern noch der Region, sagt Zebunke. Am Ende bleibe eine gigantische Landschaftsvernichtung und -verschandelung nebst der Belastung durch den LKW-Verkehr. Auf der Habenseite steht nichts, noch nicht einmal Gewerbesteuer. Zebunke: „Nach unseren Kenntnissen richtet sich die Höhe der Gewerbesteuer am Betriebsort nach der dort anfallenden Lohnsumme. Was also bleibt davon für Wölfersheim übrig, wenn nach und nach Roboter die Arbeitskräfte und damit deren Lohn ersetzen?”

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