Radwege

Tritt für Tritt im Paradies

Am Rhein entlang 540 Kilometer bis zur Nordseeküste geradelt. Der Großteil der Strecke führt durch die Niederlande. Zum ersten Mal im Radlerparadies. Ab der Grenze, die man – dank grenzenlosem Europa – sonst kaum bemerkt, Radewege, die einen neidisch machen: breit, zweispurig, feinster Belag. Mit Grauen reisen wir zurück ins Fahrrad-Entwicklungsgebiet Wetterau.

Vorfahrt fürs Rad

In den Niederlanden breite, zweispurige Radwege fast überall. Keine Straße ohne separatem Radweg oder mindestens breiter Radspur auf jeder Seite der Fahrbahn. Ampeln schalten schnell auf Grün für Radler, wenn die ihre Taste drücken. Gibt es keine Ampel, haben Radler Vorfahrt. Kein Wunder, dass auf den Straßen oft mehr Fahrradfahrer als Autos zu sehen sind.

Trostlose Wetterau

In der Wetterau kaum Radwege an den Straßen und wenn doch, dann so eng, dass kaum zwei Radler aneinander vorbeikommen. Statt über breite Radwege werden die Radler hier kreuz und quer über Feldwege geschickt. Statt viel Geld für neue Radwege wurden nur ein paar Euro für Hinweisschilder an Feldwegen in die Hand genommen. Die jüngsten Ortsumgehungen der Bundesstraße B3 in der Wetterau wurden ohne durchgehende Radwege gebaut. Engstirnig aufs Auto fixierte Verkehrsplaner waren am Werk. In den Niederlanden wäre entlang dieser Straße sicherlich ein komfortabler zweispuriger, kreuzungsfreier Radweg als schnelle Verbindung nach Frankfurt gebaut worden.

Wir sind also zurück im Fahrrad-Entwicklungsgebiet Wetterau und träumen vom Radlerparadies Niederlande.

2 Gedanken zu „Radwege“

  1. Also mir ist es lieber abseits der Bundesstraße über Feldwege zu radeln, als auf Radwegen direkt neben lauten Bundesstraßen! Die großen Probleme sehe ich eher in den Städten- da sind uns die Niederlande und Dänemark wei voraus

  2. Zu „Radwege“
    Bis zum 1. Juni ist im Giessener Rathaus die Ausstellung „Radlust“ zu sehen. Sie soll Lust aufs Radfahren machen, nicht nur am Sonntag, sondern jeden Tag. Wurden doch in den 50iger Jahren noch 20 % bis 30 % des Gesamtverkehrs mit Fahrrädern bewältigt. Daran erinnerte Prof. Monheim bei der Ausstellungseröffnung. Er mahnte eine bessere Infrastruktur an und lobte Dänemark und Holland als tolle Beispiele. Ich denke, wir müssen dahin kommen, dass das Rad ein positives Statussymbol wird und Leute, die sich immere größere Autokisten anschaffen, belächelt werden. Haben die es nötig, mit den Riesenkisten zu protzen?

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