Petitionen gegen Fluglärm

Für leisere Anflüge

Die Bürgerinitiativen Interessengemeinschaft (IG) Fluglärm Hanau-Kinzigtal und Bayerischer Untermain haben Petitionen an den Bundestag und den Hessischen Landtag eingereicht, um leisere Anflugverfahren zu erreichen. Durch das Anflugverfahren „Point Merge“ könnte den Fluglärm für die Bevölkerung in 25 bis 50 km Entfernung östlich und westlich vom Frankfurter Flughafen reduziert werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiativen.

Entlastung von Hanau bis Aschaffenburg

Mit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen im Jahre 2011 sei die die Flughöhen für die Südbahnen um 300 Meter verringert worden. Dies werde als Verdoppelung des Fluglärms empfunden, erklären die Bürgerinitiativen. Das Verfahren „Point Merge“ sei als Maßnahme für das Jahr 2015 geplant worden. Bei diesem Verfahren erfolgt die Reihung der anfliegenden Maschinen nicht in1220 Meter Höhe (Baseline-Verfahren), sondern in größeren Höhen. Dies führe zu weniger Fluglärm und entlaste die Menschen von Hanau bis Aschaffenburg.

Eric Ludwig, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal, mit der Petition.

Erst 2017 seien von der Deutschen Flugsicherung die Untersuchungsergebnisse präsentiert worden. Die Untersuchung habe ergeben, dass durch „Point Merge“ mehr Bewohner vom Fluglärm belastet würden. Das sei ein verblüffendes Ergebnis, denn „Point Merge“ sei zum Beispiel in Paris eingeführt worden, um die Fluglärmbelastung zu verringern. Die IG Fluglärm Hanau-Kinzigtal und Bayerischer Untermain schauten sich die Zahlen an und schüttelten den Kopf. „Bei der Untersuchung der Flugsicherung wurde ‚Point Merge‘ simuliert, aber gleichzeitig das bisherige Anflugverfahren (Baseline) beibehalten. Damit erhöhte sich natürlich die Anzahl lärmbetroffener Bürger, also wurde „Point Merge“ abgelehnt“, erklären die Bürgerinitiativen.

„Point Merge“ wäre ein Fortschritt

Für Fluglärmbetroffene seien von der Flugsicherung für die Kombination der Verfahren 2.616.800 Betroffene genannt worden. Für Baseline alleine 2.019.700 Betroffene. „Daraus ergibt sich für Point Merge alleine: 597.100 Betroffene. ‚Point Merge‘ alleine, das wäre ein echter Fortschritt“, erklären die Bürgerinitiativen. Es fehle der „erkennbar der Wille, den Fluglärm bei Entfernungen von 25-80 km zu reduzieren“. Sie fordern eine Untersuchung unter Hinzuziehung von internationalen Experten.

Dazu haben sie an die Petitionsausschüsse von Bundestag und Hessischem Landtag die Petitionen eingebracht. Diese sei auch von mehreren Bürgermeistern unterschrieben worden. Das Ziel der Petitionen sei die Ermittlung einer unverfälschten Zahl von Betroffenen für das Anflug-Verfahren “Point Merge” und mögliche Konsequenzen.

Der Eingang der Petitionen sei inzwischen von Bundestag und Landtag bestätigt worden.

2 Gedanken zu „Petitionen gegen Fluglärm“

  1. Eine Anmerkung zum wachsenden Luftverkehr: Warum wird das Kerosin (Flugbenzin) bis heute nicht besteuert? Eine Steuer würde die Flüge verteuern und ihre Zahl damit reduzieren. Der Bundestag sollte das auf den Weg bringen und auch europaweit anregen. Damit wäre etwas zum Lärm- und Klimaschutz getan.

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