Pendler – Ärger

Direktzug nach Frankfurt entfällt weiter

von Jörg-Peter Schmidtbahn

Pendler aus Mittelhessen nach Frankfurt können auf keine kurzfristige Verbesserung hoffen. Die direkte Verbindung der Bahn um 7.20 Uhr nach Frankfurt/Main bleibt gestrichen. Die Fahrgäste müssen in Butzbach umsteigen und daher befürchten, dass der Zug sich verspätet und man möglicherweise zu spät zur  Arbeit kommt.

Pendler-Ärger

Heftige Kritik an diesem Missstand geübt haben nicht nur die Zuggäste, sondern auch die Landrätin des Kreises Gießen, Anita Schneider sowie Thomas Kraft,  Landesvorsitzender von „Pro Bahn“.  Wer geglaubt hat, die Beschwerden hätten etwas bewirkt, wurde jetzt in einer Sitzung des Bauausschusses in Linden enttäuscht. Wie dem „Landboten“ auf Anfrage von Mitgliedern des Ausschusses berichtet wurde, konnten Thomas Busch, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehr- und Mobilplanung im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und Stefan Klöppel (Leiter Verkehr im Zweckverband der Oberhessischen Versorgungsbetriebe, ZOV) keine kurzfristigen Hoffnungen auf eine Verbesserung der Situation machen: Aus verschiedenen Gründen könnten positive Änderungen erst nach 2020 erfolgen. Es habe in den vergangenen Monaten Verbesserungen auf einigen Strecken gegeben, aber nicht auf dieser Linie, die Linden und Lang-Göns betrifft.

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Der Frühzug kommt. Aber er fährt nicht mehr bis Frankfurt. Man muss in Butzbach umsteigen. Foto: Schmidt

Die Lindener Ausschussmitglieder (darunter Bürgermeister Jörg König) und die in der Sitzung anwesende Landrätin Schneider nahmen solche düsteren Aussichten mit Entsetzen zur Kenntnis.

Nun stellen sich  Fragen: Warum war es bisher möglich, dass man nach Frankfurt mit der Bahn fahren konnte, ohne umsteigen zu müssen und warum hat man dies geändert? Warum nimmt man nicht Rücksicht auf die Fahrgäste, von denen viele in der teuersten Preisstufe im RMV sind?  Warum
ist man seitens der Bahn so schwerfällig, unbeweglich, bürokratisch?
Dass das Unverständnis der Pendler immer größer wird, liegt auf der Hand. Viele von ihnen haben ein Berufsangebot im Raum Frankfurt angenommen, weil sie einfach davon ausgehen mussten, dass eine gute Bahnverbindung vorhanden ist. Dass dies jetzt nicht mehr gegeben ist, kann nur als Katastrophe bezeichnet werden. Der „Landbote“ schließt sich den Forderungen der Pendler an: Das Kappen der direkten Verbindung nach Frankfurt muss schleunigst rückgängig gemacht werden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

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