Offene Gartenpforte Hessen

Einblick in private Paradiese

Von Corinna Willführ

Wie sieht eigentlich ein Cottage-Garten aus? Was wächst in einem Naschgärtchen? Wie fühlt man sich in einem parkartigen Grundstück, das künstlerisch gestaltet wurde? Antworten auf diese Fragen bekommen die Besucher der „Offenen Gartenpforte Hessen“ am 10. und 11. Juni 2017. Rund fünf Dutzend private Gartenbesitzer von Kassel bis Darmstadt beteiligen sich an dem Projekt. Die vielen Punkte auf der Landkarte der Veranstalter im Rhein-Main-Gebiet lassen sich kaum zählen. Mit dabei ist auch Almut Gwiasda mit ihrem „Natürlich gestalteten Garten einer Hofreite“ in der Taunusgemeinde Wehrheim.

Naschgarten und Drechselwerkstatt

Mitten im Ortskern von Wehrheim, in der Gartenstraße 9, liegt der „Natürlich gestaltete Garten einer Hofreite“ von Almut Gwiasda. 300 Quadratmeter groß ist er und grünt und blüht das gesamte Jahr. Dank des Regens der vergangenen Tage ganz besonders üppig. Unterm Walnussbaum ragen Königskerzen in die Höhe. An den Wänden des Fachwerkbaus ragen Rosen empor. Im Naschgarten gedeihen (nicht nur) Kräuter des Südens: Thymian, Rosmarin, Oregano. „Bei der Gestaltung und der Pflanzenauswahl wurde auf ökologische Kriterien besonderer Wert gelegt“, sagt die Gartenbesitzerin. Die berücksichtigt auch Hausherr Peter Gwiasda, dessen Drechselwerkstatt während der „Tage der offenen Gartenpforte“ besucht werden kann.

Der Garten in der Gartenstraße 9 in Wehrheim. (Fotos: Willführ)

Ebenfalls neu unter den privaten Gartenbesitzern, die sich an der „Offenen Gartenpforte“ in Hessen beteiligen, ist Heinz Fischer. Er stellt in der Ober-Eschbacher-Straße 140 in Bad Homburg, einen Garten mit „mediterraner Terrasse, einem Teich mit Bachlauf, Rasen- und Staudenflächen vor, der durch Wege in verschiedene Bereiche unterteilt ist. Fischer sieht in dem 400 Quadratmeter großen Gelände einen seinen „Garten als erweiterten Wohnraum“ an.

Der Villa- und der Cottage-Garten

Vom Hochtaunus in den Wetteraukreis: Neugierig wird man bei der Durchsicht der Broschüre der Veranstalter (Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Landesverband Hessen, Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur und Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen) auf den „naturbelassenen Vagabundengarten“ in der Pfeifergasse 3 in Butzbach-Kirchgöns. Efeu, Farne und Fingerhüte dürfen sich dort ausbreiten.
Der Vorgarten der 20er-Jahre-Villa von Gudrun Sibbe in der Friedrich-Ebert-Straße 5 in Ober-Rosbach indes „wurde angelegt zur Integration von Skulpturen“. In der östlichen Wetterau, in der Ringstraße 40 im Glauburger Ortsteil Stockheim , lässt sich entdecken, was zu dem englischen Cottage-Garten am Rande des Vogelsbergs von Klaus und Gisela Schrader gehört: geschwungene Wege, ein durch Hecken abgegrenztes Gartenzimmer, eine künstliche Ruine und ein kleiner Bauerngarten mit Obst- und Gemüseanbau.

Alle Gärten sind am Samstag, 1 0. Juni 2017 von 12 bis 18 Uhr und am Sonntag, 11. Juni 2017 von 10 bis 17 Uhr geöffnet. In jedem Garten gibt es eine Sammeldose, in die zwei Euro pro Besuch eingeworfen werden sollten. „Der Kostenbeitrag“, so die Veranstalter „dient der Organisation der non-profit Veranstaltung, die ehrenamtlich durchgeführt wird“. Und bei dieser gibt es neben dem Einblick in ganz private Paradiese von den Gastgebern zu vielfältigen Informationen über Blumen, Kräuter, Rasen, Gemüse und vieles mehr auch eine kleine Bewirtung. Bei Almut Gwiasda dazu auch die Möglichkeit zum Pflanzentausch.

offene-gartenpforte-hessen.de

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