Oberhessisches Museum

Sie will die Bürger einbeziehen

von Jörg-Peter Schmidt

Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich, dass das Oberhessische Museum in Gießen mit den Standorten im Alten Schloss sowie dem Wallenfels’schen  Haus und dem Leib’schen Haus weiter an Attraktivität gewinnt, frischer Wind einkehrt. Dies, obwohl das Haus dort interessante Exponate ausstellt.

Das Oberhessische Museum am Brandplatz in Gießen. (Fotos: Jörg-Peter Schmidt/privat)

Das Oberhessische Museum am Brandplatz in Gießen. 
(Fotos: Jörg-Peter Schmidt/privat)

Oberhessisches Museum: Noch mehr möglich

Aber es ist noch mehr möglich. Dies meint auch die seit Herbst 2018 im Amt befindliche Gießener Museumsleiterin Katharina Weick-Joch. Sie möchte, dass das Anliegen der Bevölkerung nach Verbesserungen in die Tat umgesetzt wird, wobei sie sich der Unterstützung auch des Oberhessischen Geschichtsvereins (OHG) sicher sein kann. Die Hannoveranerin, die in Gießen und Frankfurt/Main Kunstgeschichte studiert hat, stellte vor etwa 50 Zuhörerinnen und Zuhörern ihre Ziele kürzlich vor. Ort war die vom Vorsitzenden Michael Breitbach geleitete Hauptversammlung des OHG im Netanya-Saal im Gießener Alten Schloss.

Museumsleiterin Katharina Weick-Joch

Museumsleiterin Katharina Weick-Joch

Bürger fördern Oberhessisches Museum

Bei der Verwirklichung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe kann sie auf ihre Erfahrungen bauen. Diese erwarb sie sich beispielsweise durch ihre Öffentlichkeitsarbeit für die hochgeschätzten Frankfurter Institutionen Städel und Schirn. Zudem war sie in Berlin bei den Staatlichen Museen Referentin des Generaldirektors. Was also will und kann sie in der oberhessischen Unversitätsstadt, in die sie nach ihrem Studium zurückgekehrt ist, bewegen? Sehr wichtig ist ihr, dass die Bevölkerung und damit auch die Besucher in das Museum-Engagement  einbezogen werden. Dies geschieht bereits. Denn in den vergangenen Monaten haben Bürger Kunstgegenstände aus ihren privaten Haushalten und Sammlungen dem Museum zur Verfügung gestellt. Aber die Mitarbeit der  Menschen aus Gießen und Umgebung  könnte noch ausgebaut werden, so ihr Ziel. Sicherlich vielen Zuhörern im Netanya-Saal hat sie aus dem Herzen gesprochen, als sie verdeutlichte, dass Museen sich auch durchaus politisch betätigen können.

Oberhessisches Museum: Katharina Weick-Joch erläuterte die Perspektiven.

Oberhessisches Museum: Katharina Weick-Joch erläuterte die Perspektiven.
Zentraler Ort

„Das Oberhessische Museum wird ein zentraler Ort mit sozialer Interaktion und Erlebnischarakter“, fasste sie später die Perspektive zusammen.  Sie kam auf ein besonders wichtiges Thema zu sprechen: Wie kann man das Haus, das sie leitet, bekannter, interessanter, populärer in der Außendarstellung machen? Sie sieht eine Chance auch durch das stärkere Einbeziehen beispielsweise des Internets. Fasst man die Ausführungen der Referentin zusammen, kommt man zum Schluss: Es kommt Bewegung ins Oberhessische Museum.  Dies dürfe bei der Stadt und dem Stadtparlament in Gießen durchaus noch mehr anerkannt werden, war die Forderung aus dem Kreis der Mitglieder des Oberhessischen Geschichtsvereins.

Kommende Veranstaltungen

Die Museumsleiterin informierte abschließend noch über kommende Veranstaltungen in dem von ihr geleiteten Haus,  darunter die Eröffnung der nächsten „Stadtlabor“-Ausstellung am Mittwoch, 22. Mai 2019 (19 Uhr). Im Rahmen des Projektes  „Stadtlabor“ werden die Bürger in die Präsentation und Entwicklung der stadthistorischen Sammlung eingebunden. Diesmal geht es um folgende Gießener Themen: das Erstaufnahmelager, die Industriebrache Gail, die Studierenden in der oberhessischen Stadt und das ehemalige Depot der US-Army.

Oberhessisches Museum: Vorsitzender Michael Breitbach überreicht Manfred Blechschmidt (links) die Urkunde zur Ernennung als Ehrenvorsitzender.

Oberhessisches Museum: Vorsitzender Michael Breitbach überreicht Manfred Blechschmidt (links) die Urkunde zur Ernennung als Ehrenvorsitzender. 
Ernennung zum Ehrenvorsitzenden

Michael Breitbach dankte der Museumsleiterin für ihren Vortrag,  der  auf großes Interesse in der Hauptversammlung stieß, in der es noch eine besondere Ehrung gab.  Manfred Blechschmidt wurde zum Ehrenvorsitzenden des Oberhessischen Geschichtsvereins ernannt, worüber sich die Versammlung selbstverständlich einig war. Mit großem Bedauern hatte man zuvor  zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich der frühere Denkmalpfleger  aus familiären Gründen vom Amt des 2. Vorsitzenden des OHG zurückzieht – dies nach  28-jähriger Tätigkeit im Vorstand. Vorsitzender  Breitbach würdigte unter großem Applaus die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit dieses stets zurückhaltenden unermüdlichen Mannes, der in den 1970er eine Zeitlang ehrenamtlich das Oberhessische Museum geleitet hat. Er war damit einer der Vorgänger von Katharina Weick-Joch. 

Altes Schloss Gießen

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