Nie wieder Krieg!

Friedensfest in Lauterbach

Der Berliner Platz in Lauterbach wird am Wochenende 1. und 2. September 2018 zur Friedensmeile. Soroptimist International Lauterbach-Vogelsberg (SI) organisiert die beiden Tage im Rahmen des Projektes „Nie wieder Krieg!“. Im Zentrum stehen die Verhüllung des Löwendenkmals (Foto), ein kriegsverherrlichendes Monument, mit roten Woll-Elementen und das umrahmende Friedensfest.

Kriegerdenkmal wird verhüllt

In einer „Verhüllungsperformance“ wird der Löwe sozusagen „live“ mit den Woll-Elementen eingehüllt, die über 240 Menschen seit Januar gestrickt oder gehäkelt haben. „Rund 40 Kilogramm Wolle, die in ausgeklügelter Handarbeit das Denkmal Stück für Stück in ein Friedensdenkmal auf Zeit umwandeln werden“, heißt es in einer Pressemitteilung von Soroptimist international.  Hierfür wird der Löwe eingerüstet und der Berliner Platz teilweise für Autoverkehr gesperrt. Ute Kirst, Projektleiterin von „Nie wieder Krieg!“, wird diese künstlerisch, aber auch handwerklich und logistisch anspruchsvolle Aufgabe maßgeblich übernehmen. Am Sonntag soll der Löwe dann in dem roten Woll-Kleid zu sehen sein, das ihn für vier Wochen zu einem Friedensdenkmal auf Zeit macht. Der aus Stein gehauene Löwe auf dem Berliner Platz ist eigentlich ein kriegsverherrlichendes ‚Siegerdenkmal‘. Es erinnert an die Siege der deutschen Truppen im Krieg gegen Frankreich 1870/71. Es wurde 1898 vom Kriegerverein Lauterbach als repräsentatives Erinnerungsmal angeregt.

Das Löwendenkmal auf dem Berliner Platz in Lauterbach. (Foto: Ute Kirst)

Das umrahmende Friedensfest wird am Samstag um 10 Uhr eröffnet. Es beginnt mit einer ökumenischen Andacht von Pfarrerin Klaffehn und Pfarrer Schäfer. Im Anschluss werden Bürgermeister Vollmöller, SI Deutschland Präsidentin Gabriele Zorn, Kreisbeigeordnete Stephanie Kötschau, SI Clubpräsidentin Lauterbach-Vogelsberg Susanne Bolduan und Projektleiterin Ute Kirst kurze Grußworte entrichten. Anschließend gehört die Bühne der Musik. Es spielen die Big Band der Lauterbacher Musikschule unter Leitung von Rolf Jacob, die „One World Band“, gefolgt von „Touch of Grey“, die ein besonderes Akustik-Set für diesen Tag vorbereitet haben. Zum Abschluss des Tages kommt „Soul2Soul“ auf die Bühne, eine neue Band, hinter deren Namen sich Sängerin Judith Erb und Gitarrist Daniel Schröter verbergen.

Erlös geht an Ärzte ohne Grenzen

Am Sonntag startet das Bühnenprogramm um 12 Uhr mit „VeitzTANZ“. Die Kinder- und Jugendkantorei unter der Leitung von Claudia Regel wird im Anschluss ein besonderes Liedprogramm darbieten. Daraufhin gestalten Stadtjugendparlament und Dekanatsjugend ihre Beiträge zum Programm, die zum größten Teil nicht auf der Bühne stattfinden werden. „Sabinett“ wird den Sonntag beschließen – das Friedensfest endet gegen 18 Uhr. Die gesamte Bühnentechnik hat Hans-Georg Otterbein übernommen, der vom Team der Licht- und Ton-AG der Alexander-von-Humboldt-Schule unterstützt wird. Freiwillige Helferinnen und Helfer der ansässigen Service-Clubs kümmern sich um Speisen und Getränke, sodass niemand das Fest verlassen muss, um Hunger oder Durst zu stillen.

Alle Beteiligten bringen sich an diesem Wochenende ehrenamtlich ein, die Organisatorinnen arbeiten seit Monaten an den umfangreichen Vorbereitungen, die für ein solches Event zu treffen sind. Das Projekt wird von „Demokratie leben!“ und dem mittelhessischen Kultursommer gefördert sowie von der Stadt Lauterbach unterstützt. Spenden für Kosten, die nicht durch ehrenamtliche Arbeit gedeckt werden können, sind willkommen. Die Erlöse des Friedensfestes gehen an „Ärzte ohne Grenzen“.

Soroptimist ist ein internationaler Club für Frauen in verantwortlichen Positionen im Berufsleben. Der Name ist vom lateinischen sorores optimae („die besten Schwestern“) abgeleitet. Der Frauenclub unterstützt keine Parteien oder Religionen, engagiert sich aber bei gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen. Als Nichtregierungsorganisation (NGO) ist er mit Repräsentantinnen bei mehreren Unterorganisationen der Vereinten Nationen (UN) vertreten.

niewiederkrieg.net

2 Gedanken zu „Nie wieder Krieg!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.