Neue Genossenschaft

Oekogeno baut 2019 in Ilbenstadt

In Niddatal-Ilbenstadt entsteht auf dem Klosterhügel ein inklusives Mehrgenerationen-Wohnprojekt.  Die in Süddeutschland aktive Genossenchaft Oekogeno hat das Areal des alten Klosterhofs neben der Basilika vom Land Hessen gekauft. Am 16. Oktober 2018 wurde für den Bau eine eigene Genossenschaft gegründet, meldet Oekogeno-Pressesprecher Thomas Bauer.  Baubeginn für die  Anlage mit etwa 30 Wohnungen soll im Frühjahr  2019, die Fertigstellung Ende 2020 sein. Die Genossenschaft wirbt nun um Mitglieder.

Neue Genossenschaft

Die quer stehende Scheune vor der Basilika weicht dem Neubau der Wohngenossenschaft. Am rechten Bildrand plant die Stadt Niddatal einen Kindergarten. Foto: Nissen

Solidarisch Wohnen Hessen – dafür steht das Kürzel im Namen der neuen Genossenschaft. Aufgabe der Oekogeno WH eG i.Gr. (in Gründung) ist es, das Wohnprojekt „Leben an den Klostergärten“ in Ilbenstadt umzusetzen. Sie wird Eigentümerin und Betreiberin der Immobilie. Nach Fertigstellung verwaltet und vermietet sie die Wohnungen an die Genossenschaftsmitglieder. Ziel ist laut Bauer, den dort lebenden Menschen eine  weitgehende Selbstverwaltung und Selbstorganisation zu ermöglichen. Das Bau-Grundstück umfasst  knapp knapp 2500 Quadratmeter, geplant sind 5290 Quadratmeter Wohnfläche.

Ins barrierefreie Wohnprojekt sollen Menschen mit und ohne Behinderungen einziehen. Priorität haben Familien mit Kindern aus der Region und ältere Menschen mit und ohne Pflegebedarf, heißt es im Prospekt. Auch Alleinerziehende, Singles und eine Pflege-WG seien dabei. Im Garten hinter den seit 20 Jahren leerstenden Altbauten des Klosterhofs soll ein großer Neubau entstehen. Die Genossenschaft will daneben einen rund 10 000 Quadratmeter großes Areal als Park für die Bevölkerung öffnen. Der Neubau soll mit Dachbegrünung, Solarstrom mit Batteriespeicher, einem Blockheizkraftwerk und Brauchwasserdepot ausgerüstet werden.  Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten ein Carsharing-Angebot, so der Prospekt. Gemeinschaftsräume und Gästezimmer seien ebenfalls vorgesehen.

Hofladen, Kleingewerbe und Café

Im alten Kutscherhaus will die Genossenschaft Kleingewerbe, einen Bio-Hofladen und ein Café ansiedeln. Die künftige Nutzung des großen alten Pächterhauses gegenüber der Basilika steht noch nicht fest. Dort siedelt sich zunächst die Bauleitung an.

Das Investitionsvolumen beziffert die Genossenschaft auf 15 Millionen Euro. Das Eigenkapital kommt aus den nun einzuwerbenden Genossenschaftsanteilen von insgesamt 3000 Euro pro Neumitglied. Nur wer der Genossenschaft beitritt, hat später die Chance, auf dem Klosterhügel eine der Mietwohnungen zu bekommen. Geplant ist laut Prospekt eine Kostenmiete, wobei die Verzinsung der Anteile mit 2,8 Prozent eingerechnet wird. Wer auf dem Klosterhügel einzieht, kann seine Anteile nicht verzinsen.

Die Oekogeno als Mutter-Genossenschaft stellt ihre Vorstandsmitglieder Joachim Bettinger (Foto) und Rainer Schüle als Geschäftsführer des Ilbenstädter Wohnprojekts. Sie entstand aus der einst in Frankfurt gegründeten Ökobank und sitzt nun in Freiburg. In Süddeutschland hat sie nach eigenen Angaben  15 000 Mitglieder.  In den vergangenen zehn Jahren seien von  über 3000 Anlegern rund 12 Millionen Euro in Wohnprojekten der
Genossenschaft angelegt worden. Das Projektvolumen werde  bis
2018 voraussichtlich 52 Millionen Euro betragen.
Weitere Informationen zum Projekt und zur Fördermitgliedschaft gibt es unter www.oekogeno.de/klostergaerten

Der Neue Landbote hat schon im März über das Projekt berichtet: http://landbote.info/wohnprojekt-in-ilbenstadt/

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