Munitionsdepot Köppern

Bomben und Kuchen

Im Taunuswald zwischen Köppern und Rosbach liegt das zweitgrößte Waffenlager der Bundeswehr. Arbeit und Leben Hochtaunus, eine Arbeitsgemeinschaft von DGB und Volkshochschule, besichtigt das Munitionsdepot Köppern am 24. Oktober 2017. Am Ende wird bei Kaffee und Kuchen diskutiert.

Demonstrationen der Friedensbewegung

Bunker reiht sich an Bunker (Bilder: Google Earth)

Die US-Streitkräfte haben das Depot ab 1949 errichtet. Dafür hatten sie 154 Hektar Wald und Wiesen zwischen Köppern und Rosbach beschlagnahmt. Inzwischen ist das Lager auf 254 Hektar angewachsen. In 372 Betonbunkern lagerten 2010 laut Verteidigungsministerium 42.870 Tonnen Munition: Minen, Artillerie- und Lenkraketen, Panzermunition und Sprengstoff. Das Lager war von den US-Streitkräften aufgegeben worden und die Bundeswehr hatte es 1977 übernommen. In den 1980er Jahren war das Waffenlager immer wieder Ziel von Demonstrationen der Friedensbewegung gewesen. Heute ist es ruhig geworden um das riesige Lager des Materials, mit dem Kriege geführt werden.

Das Munitionslager zwischen Köppern und Rosbach

Schon die Römer lagerten hier

Unmittelbar neben dem modernen Kriegsquartier befinden sich die Reste eines uralten: die Ruinen eines Römerkastells, das etwas in der Mitte des 3. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung zerstört wurde. Die „Kapersburg“ genannte Ruine ist heute Teil des Weltkulturerbes Limes. Die römische Befestigungsanlage war von 1896 bis 1905 ausgegraben worden. Die Hütte, die den Archäologen als Unterkunft diente, wird seit den 1920er Jahren von den vereinigten Wandervereinen Friedberg/Bad Nauheim genutzt. Das einstige Römerkastell entwickelte sich zum bliebten Ausflugsziel. Eine Gaststätte wurde errichtet, zu der Kutschen aus Rosbach, Köppern und Wehrheim fuhren. Es entstanden auch einige Ferienhäuser. In den 1970er Jahren gingen die Gaststätte und auch einige Ferienhäuser in Flammen auf: in allen Fällen wurde Brandstiftung vermutet.

Munitionslager und Tourismus zum einstigen Römerkastell vertrugen sich nicht. 1974 wurde eine Schutzbereichsanordnung für das Munitionsdepot erlassen, die Rauchen, Zelten und offenes Feuer im Umkreis von 50 Metern um das Depot untersagte.

Wer mit Arbeit und Leben das Munitionsdepot Köppern am Dienstag, 24. Oktober 2017, um 13 Uhr besichtigen möchte, muss sich bei Harald Fiedler per E-Mail an Harald.Fiedler16@gmail.com anmelden. Vor- und Nachname und Personalausweisnummer müssen bei der Anmeldung angegeben werden. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt. Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos, Kaffee und Kuchen kosten 5 Euro).

Treffpunkt ist um 13 Uhr das Haupttor des Munitionsdepots, das von der Landesstraße von Köppern nach Wehrheim (L3041) aus zu erreichen ist. Die Führung beginnt mit einem Vortrag über die Geschichte des Depots und dessen heutige Aufgabe. Die Gruppe wird anschließende geteilt: Abwechselnd unternehmen  die Teilgruppen eine Rundfahrt durch das Lager und besichtigen die Munitionsmustersammlung. Ab 15.15 Uhr ist eine Diskussion bei Kaffee und Kuchen geplant.

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