Landtagskandidaten

Jordis schlägt Häuser

Von Petra Ihm-Fahle

Der Christdemokrat Manfred Jordis (Foto)  aus Bad Nauheim ist Ersatzkandidat von Landtagspräsident Norbert Kartmann. Jener wird sich bei der Landtagswahl am Sonntag, 28. Oktober 2018,  als Direktkandidat um ein Mandat bewerben. In einer Kampfabstimmung setzte sich Jordis mit einer Stimme Mehrheit gegen Armin Häuser durch, der bis September Bürgermeister von Bad Nauheim gewesen war. Ort war die Delegiertenversammlung der Union für den Wahlkreis 27, die am Freitagabend in Rockenberg-Oppershofen zusammenkam.

Thema Generationenwechsel

Der Bad Nauheimer CDU-Vorsitzende Alexander von Bischoffshausen freut sich über

Armin Häuser (Foto: Ihm-Fahle)

die Wahl von Jordis, den der Stadtverband nominierte. „Wir haben Manfred Jordis vorgeschlagen, weil er politisch sehr erfahren ist“, erklärt von Bischoffshausen dem Neuen Landboten. Seine ersten politischen Schritte habe Jordis schon in einem sehr jungem Alter getan, womit er mit seinen 35 Jahren bereits auf viele Jahre in der Politik zurückblicken könne. „Und der Generationenwechsel ist in der CDU bundesweit ein Thema“, konstatiert von Bischoffshausen. Jordis sei gut vernetzt und auf verschiedenen Ebenen aktiv: „Er ist im Vorstand des Stadt-, Kreis- und Bezirksvorstandes.“ Jordis ist Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament, gehört der CDU-Kreistagsfraktion an und sei ein qualifizierter Bildungspolitiker. Beruflich ist er Studienrat. Er lebt im Stadtteil Nieder-Mörlen und ist mit Jennifer Jordis verheiratet.

„Pole-Position“

Von Bischoffshausen erläutert die Funktion des Ersatzkandidaten: „Jeder Kandidat muss einen Ersatzmann haben. Wenn das Mandat nicht ausgeübt wird, beispielsweise wegen Krankheit, steht der Ersatzkandidat bereit.“ Sofern Kartmann nicht gewählt wird, habe sich die Sache erübrigt. Doch holt er das Mandat, rücke Jordis für ihn nach, falls der 69-jährige Kartmann keine fünf Jahre lang bleibe. Ein Ersatzkandidat könne sich für die kommende Landtagswahl positionieren. Es müsse zwar neu nominiert werden, doch habe er sich eine Art „Pole-Position“ erworben, meint von Bischoffshausen.

„Bin ein politischer Mensch“

Häuser, der ebenfalls in Bad Nauheim wohnt, wurde vom Gemeindeverband Wölfersheim und vom Stadtverband Münzenberg nominiert. Der Neue Landbote hat mit dem ehemaligen Rathauschef und aktuellen Kreistagsvorsitzenden gesprochen, der die Schlappe mit Fassung trägt. Er sei nicht enttäuscht, da es nicht um allzu viel gegangen sei. „Es war die Ersatzkandidatur, denn Herr Kartmann hat klar erklärt, dass er es noch fünf Jahre machen will.“ Schon oft genug sei er gewählt worden, unterstreicht der 53-Jährige, und nun habe es eben einmal nicht geklappt. In den Landtag zu gehen fände Häuser reizvoll, wie er einräumt, doch es sei ihm nicht um eine berufliche Perspektive gegangen. „Als politischer Mensch wollte ich zeigen, dass ich mich weiterhin um politische Funktionen bewerbe.“

Scheidungsgrund Therme

Häuser und die CDU Bad Nauheim hatten sich im Ringen um eine Lösung für das marode Thermalbad überworfen, weshalb er bei der Bürgermeister-Wahl im Mai 2017 nicht wieder antreten wollte. Sein Nachfolger ist der 49-jährige Klaus Kreß (diese Zeitung berichtete).

Der Wahlkreis 27 oder Wetterau III umfasst Bad Nauheim, Butzbach, Echzell, Münzenberg, Ober-Mörlen, Reichelsheim, Rockenberg und Wölfersheim.

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