Katja Leikert, CDU

Sie lächelt  – kann aber auch anders

Von Klaus Nissen

Die meisten Wählerstimmen hat 2013 die Bundestags-Newcomerin Katja Leikert im Westen des Main-Kinzig-Kreises bekommen. Wird das der CDU-Frontfrau am 24. September2017  wieder gelingen? Und warum?

Katja Leikert, CDU

 

Sie kam, kandidierte – und siegte. Erst im Jahre 2012 wurde Katja Leikert CDU-Mitglied. Sofort machte die Partei sie zur Bundestags-Kandidatin. Und schwupps – im Herbst 2013 bekam die damals 38-Jährige auf Anhieb das Direktmandat. Mit 44,3 Prozent der Erststimmen fand die Bruchköbelerin mehr Sympathie in der Bevölkerung als ihr Konkurrent Sascha Raabe von der SPD. An der tollen Leistungsbilanz kann es wegen dieser kurzen Zeit nicht liegen. Vielleicht am gewinnenden Lächeln der zweifachen Mutter? Oder an ihrer stets elegant-tiptoppen Garderobe und ihrer freundlichen Art zu kommunizieren?

Katja Leikert vor ihrem Wahlkreisbüro in Bruchköbel. Foto: Nissen

Den Vertrauensvorschuss der Wahlbürger im westlichen Main-Kinzig-Kreis könnte sich Katja Leikert auch mit ihrer Vorbildung verdient haben. Sie hat 2006 mit einem bedrückend aktuellen Thema promoviert – der US-Politik gegenüber Iran und Nordkorea. Katja Leikert machte zuvor Abitur am katholischen Gymnasium in Großkrotzenburg, arbeitete in Großbritannien und Norwegen, studierte Politik, Volkswirtschaft, Anglistik und Statistik in Frankfurt, wurde schließlich Universitäts-Dozentin für Internationale Politik. Und nun macht sie die selber, national und regional. Daheim leitet Katja Leikert die Frauen-Union der CDU, sitzt im Kreisvorstand der Partei, im Kreistag und im Bruchköbeler Parlament. Im Bundestag agiert sie im Gesundheitsausschuss. Auch Familienthemen gehören zu ihrem Metier.

Katja Leikert wirbt schon seit vier Jahren – und bislang vergeblich – für die Einführung der Gesundheitskarte. Die soll die Blutgruppe, den aktuellen Impfstatus, wichtige Medikamente und ähnliche  Notfalldaten enthalten. Die Karte wird kommen, sagt Katja Leikert beim Gespräch mit dem Reporter in ihrem schmucklosen Wahlkreisbüro an der Bruchköbeler Hauptstraße.

In der Sache klare Ansagen

Familien-Themen nehmen noch breiteren Raum ein. Bis 2021 müssen alle Familien einen gesetzlichen Anspruch auf Nachmittags-Betreuung der Kinder an den Grundschulen bekommen, fordert Katja Leikert. Allerdings müssten die Eltern frei sein, die Betreuung nicht in Anspruch zu nehmen. Schließlich gehörten die Kinder nicht dem Staat. „Wir haben 40 Prozent alleinerziehende Eltern und leider auch viele säumige Väter“, beklagt Katja Leikert. Der Alltag müsse den Familien erleichtert werden. Dazu gehöre auch eine bessere Bezahlung von Erzieherinnen und Erziehern. In der Sache lächelt die Frau mit den langen dunklen Haaren nicht alles schön. Sie kämpft auch. Auf ihrer Facebook-Seite sieht man sie beim Kühefüttern und Senioren-Bewirten, aber auch in harten Bundestags-Debatten. Und wer ihr schreibt, bekommt klare Antworten.

Im Bundestag hat Katja Leikert neulich der „Ehe für alle“ zugestimmt. „Die Politik ist ja nicht dazu da, die Menschen zu gängeln. Warum sollte ich eine Politik machen, die Homosexuelle ausgrenzt?“ Die Kandidatin meint auch, der Bundestag brauche mehr Menschen mit Migrationshintergrund. Und viel mehr Frauen. Sie lächelt. In der der CDU-Landesliste für die Bundestagswahl kandidieren vier Frauen auf den ersten 20 Plätzen. Katja Leikert hat Listenplatz sechs. Den wird sie nicht brauchen, wenn die Bürger ihr am 24. September wieder ein Direktmandat geben. Über die Landesliste wird wahrscheinlich ein weiterer CDU-Mann in den Bundestag nachrücken.

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