Kalender 2016

Impressionen „365 Tage Heimat“

Von Corinna Willführ

Insel-Heimat365-1Kalender für 2016 gibt es für Weltenbummler,  Eisenbahn-Nostalgiker, Selbsthilfegruppen, Comic-Freaks. . Für Freunde der Wetterau (und alle, die es noch werden wollen) ein Tipp der Landbote-Redaktion: Der Kalender „365 Tage Heimat“mit den Landschaftsaufnahmen von Carl Pinsel. Mit ihnen lässt sich 2016 in Ruhe angehen. Seine Original-Arbeiten sind im Kreishaus in Friedberg zu sehen.

Kalender über die Schönheit im Alltag

Wenn er an seine Arbeit denkt, hat ein Landwirt keine 365 schönen Tage im Jahr. Wenn er neben seiner Kärrner-Arbeit die Muße findet, seine Eindrücke zu fixieren, so kann er als jemand, der tagtäglich mit der Natur verbunden ist, deren Schönheit im Alltag wie kaum jemand anderes festhalten. Carl Pinsel aus Altenstadt hat dies getan. Eine Auswahl seiner Bilder zeigt eine Ausstellung im Kreishaus in Friedberg – und ein Kalender für 2016.

Die Sonne scheint mitnichten stets, der Himmel ist nicht immer blau in den Fotografien von Carl Pinsel. Vielmehr sind es „die Wolken, die mich magisch anziehen“, hat der Landwirtschaftsmeister und Mediengestalter aus dem Altenstädter Stadtteil Lindheim zur Eröffnung der Ausstellung „365 Heimat“ im Kreishaus in Friedberg  gesagt.

Carl Pinsel hat Landschaften fotografiert, Landschaften in seiner Umgebung, seiner Heimat. „Einen „Apfelbaum über der Wetterau“, den Birkenbach bei Florstadt, den Nebel über dem Niddatal, auch den Keltenhügel am Glauberg, Schafe am Dorf. Zu sehen sind die 30 Bilder im Großformat von zumeist von 50 auf 150 Zentimetern noch bis 31. Januar im Kreishaus. Michael Elsaß steht vor einem Bild, das auch auf dem Plakat zu sehen ist, das auf die Ausstellung hinweist. Das Foto trägt den schlichten Titel „Nidder“. „Es hat mich so fasziniert“, sagt der Pressesprecher des Wetteraukreises, „dass ich es gekauft habe.“

Die Faszination des Fotos, könnte man denken, entsteht durch die Pinsel-Heimat365-2Technik, die Carl Pinsel anwendet. Wirkt die „Nidder“ in seiner Bearbeitung doch auf Leinwand aufgezogen wie in Öl gemalt. Ein Effekt, der dadurch entsteht, dass Pinsel sein Motiv zunächst in mehreren Aufnahmen festhält. Die Aufnahmen unterzieht er anschließend verschiedenen Einzelbelichtungen. Das Objekt seiner Wahrnehmung, letztlich seines Auges durch eine Linse, wirkt dadurch nicht entfremdet, vielmehr stärker fokussiert durch die lange Auseinandersetzung mit dem Motiv. Und wenn denn in der Landschaft ein Mast zu sehen ist, dann ist er da und wird nicht weg retuschiert. Und doch generiert sich anders als vom Auge „draußen“ wahrgenommen durch seine Technik eine andere Sicht: auf Birken, die sich im Teich spiegeln, auf die Geometrie eines gepflügten Ackers.

Eine Wertschätzung für jedes Motiv

So verblüffend der Effekt der Technik ist, durch sie lässt sich die Wirkung der Bilder nicht allein erklären. Denn es ist vielmehr die Zuneigung des Fotografen für seinen „Gegenstand“, die zu spüren ist. Da ist keiner, der von außen einen neugierigen Blick auf Unbekanntes richtet, da ist einer, der ihm Wohlvertrautes in ein neues, ein anderes Licht rückt. Der mit dem jedem Foto ein Gefühl Preis gibt: das, was ihn an Natur umgibt, wert zu schätzen. Den kahlen Baum, das Schilfrohr am Teich, den Nebel über den Feldern.

Die Ausstellung mit den Fotografien von Carl Pinsel ist noch bis 31. Januar – auch zwischen den Jahren zu den üblichen Öffnungszeiten – im Kreishaus zu sehen. Auch der Kalender „365 Tage Heimat“ ist dort erhältlich. Er kostet 25 Euro. Die Preise für die Originalarbeiten liegen zwischen 200 und 300 Euro.

pinselhof.de

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