Insektenschutz

Keine Angst vor Wildbienen

Eine Sandbiene an einem Nistplatz in Bad Nauheim. (Foto: Wetteraukreis)

Anfragen zu vermeintlichen Wespenplagen gingen in den letzten Wochen vermehrt bei der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises ein. Dies teilt Landrat Jan Weckler (CDU) in einer Presse-Information mit. Jahreszeitlich sei es für „Wespenplagen“ allerdings zu früh – in allen Fällen habe es sich um Kolonien von Wildbienen gehandelt.

Bedroht und geschützt

„Neben der Honigbiene kommen in Deutschland rund 570 Wildbienenarten vor“, erläutert Weckler. Alle Arten seien geschützt, die meisten in ihrem Bestand bedroht. Der größte Anteil der Wildbienen lebe nicht in Staaten wie Honigbienen, Wespen oder Hummeln – und: Wildbienen seien völlig ungefährlich. „Der Schutz von Bienen fängt vor der eigenen Haustüre an“, wirbt der Landrat für ein friedliches Miteinander von Mensch und Wildbiene. Mit etwas Rücksichtnahme könnten die Lebensbedingungen dieser Insekten, die auch für den Menschen wichtig seien, verbessert werden.

Harmlose Bestäuber

Jede Wildbiene versorge für sich allein ihre Brut. Bei Gefahr verlasse sie eher das kleine Nest und lege ein neues an, als sich durch einen wehrenden Stich in Lebensgefahr zu bringen. „Findet sich eine günstige Nistgelegenheit, so sammeln sich schlichtweg viele Wildbienen an einem Platz an, was dann schnell wie ein geschlossener Schwarm erscheint.“ Häufig betroffen seien Sandkästen auf Spielplätzen oder Flächen mit breiten Pflasterfugen. Denn 75 Prozent der Wildbienen nisten im Boden und nicht in den vielerorts zu ihrem Schutz aufgestellten Insektenhotels.

„Es ist verständlich, wenn man es unangenehm findet, durch so eine Menge an Insekten laufen zu müssen, aber es besteht keine Gefahr durch Stiche“, beruhigt Dr. Tim Mattern von der Fachstelle Naturschutz- und Landschaftspflege der Kreisverwaltung.

Nistplätze meiden

Tipps sind, Nistplätze während der Flugzeit zu meiden oder vorübergehende Absperrungen und Info-Schilder zur Lebensweise der harmlosen Bestäuber anzubringen, etwa auf Spielplätzen. Nach wenigen Tagen oder Wochen sei die Flugzeit der Tiere vorbei, die sich erst wieder bemerkbar machen, wenn die nächste Generation erwachsen werde, was in manchen Fällen erst im nächsten Jahr geschehe.

Wespen kommen im Sommer

Wespen und Hornissen träten spürbar erst im weiteren Verlauf des Sommers auf, lästig könnten sie im Spätsommer werden. Weckler weist darauf hin, dass eine Beseitigung oder Umsiedelung von Wespen- und Hornissennestern nur bei Gefahr im Verzug sinnvoll sei und durch professionelle Unternehmen durchgeführt werden müsse. Zudem solle man sich immer vergewissern, ob eine Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde erforderlich ist. (pm/ihm)

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