Opfer des Holocaust

Opfer des Holocaust

In Bad Nauheim wurde im Kurpark das Holocaust-Denkmal enthüllt, für das Bürger und Institutionen innerhalb eines Jahres 40 000 Euro spendeten. Das Denkmal ist eine Initiative der Bad Nauheimer AG Geschichte und der Bürgerstiftung „Ein Herz für Bad Nauheim“.

Neues Denkmal in Bad Nauheim

Von Petra Ihm-Fahle
Eine Tafel mit 278 Namen, eine Bank aus Bronze und ein Mantel mit Judenstern: Holocaust-Denkmal2In Bad Nauheim wurde jetzt das Holocaust-Denkmal enthüllt, für das Bürger und Institutionen innerhalb eines Jahres über  40 000 Euro spendeten. Das Denkmal ist eine Initiative der Bad Nauheimer AG Geschichte und der Bürgerstiftung „Ein Herz für Bad Nauheim“.

Denkmal für Opfer des Holocaust

Geschaffen hat das Kunstwerk, das eine Parkbank aus Bronze darstellt, Prof. Dr. Peter Schubert aus Friedberg.  Viel Betrieb herrschte, als das Holocaust-Denkmal am Rande des Kurparks enthüllt wurde. Seit Frühjahr 2015 hatte die Bürgerstiftung „Ein Herz für Bad Nauheim“ Spenden für das Projekt eingeworben, das auf eine Initiative der Bad Nauheimer AG Geschichte zurückgeht. Eine Projektgruppe der AG Geschichte ermittelte 278 Menschen, die aus Bad Nauheim deportiert und ermordet wurden. Ihre Namen un…
Danke, dass Sie diesen Auszug aus dem kostenpflichtigen Beitrag gelesen haben. Sie können den vollständigen Beitrag lesen, nachdem Sie ihn gekauft haben.

Jetzt lesen, später zahlen

Diesen Artikel
Opfer des Holocaust
0,20
EUR
Powered by

Ein Gedanke zu „Opfer des Holocaust“

  1. Es ist ein berührendes und zugleich irritierendes Denkmal. Der einsame Mantel auf der Parkbank am Kurpark.

    Das Denkmal und der Mantel lösen Gedanken und Fragen aus:

    Die Bad Nauheimer Juden mussten sehr viel mehr zurücklassen, als ihren Mantel.

    Es sei erinnert an die rechtliche und faktische Enteignung jüdischen Eigentums in Bad Nauheim, ihre Ausschaltung aus dem Wirtschaftsleben der Stadt. Es sei erinnert an das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom April 1933, an den Erlass des „Reichsbürgergesetzes“ 1935, das Pogrom der „Reichskristallnacht“ 1938, unmittelbar darauf folgend die „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“. Das Vermögen emigrierter und deportierter Juden „verfiel dem Reich“ – ein weiteres Indiz, wonach der endgültige „Führerbefehl“ zur Vernichtung der Juden in just diesen Zeitraum fällt: Da schon die Ausrottung beschlossene Sache war, stand der Enteignung nun definitiv nichts mehr im Wege.

    Zum Beispiel: Was wurde aus dem Vermögen des Kaufhauses Straus in der Alicen-Straße; was wurde aus dem Vermögen des Jüdischen Altersheim in der Frankfurter Straße 63/ 65; was aus dem der Jüdischen Bezirksschule in Bad Nauheim in der Frankfurter Straße 103? Was wurde aus dem Vermögen der Familie Wolf, die in der Stresemannstraße 34 ein Geschäft für Herren- und Damenmoden führten? Was wurde aus dem Vermögen von Gustav Wolf, der in der Stresemannstraße 26 ein Kaufhaus für Damen- und Herrenbekleidung hatte.
    Was wurde aus dem Vermögen der Familie Witiwker, die in Berlin und in Bad Nauheim in der Reinhardstraße 1-3 wohnten und einen Weinhandel betrieben. Was wurde aus dem Vermögen des Antiquars und Fruchthändlers Louis Löb, der mit seiner Familie in der Stresemannstraße 28 wohnte? Und wer eignete sich das Vermögen der Familie Goldschmidt an, die in Bad Nauheim in der Karlstraße 26 wohnte und dort ein Versandhaus für Manufaktur, Mode und Weißwaren hatte? Das sind nur einige wenige Namen und Personen. (Quelle: Dr. Thomas Schwab, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Geschichte Bad Nauheim)

    Man wüsste schon mehr über die Details der Gesinnungslosigkeit, mit der sich Männer und Frauen aus Bad Nauheim, die wahrscheinlich nicht einmal stramme Nazis waren, an jüdischem Eigentum vergriffen.

    Peter Hartung, Nidda

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.