Holocaust

Schüler fahren zu Gedenkstätten

Der Wetteraukreis und der Landkreis Gießen fördern Fahrten zu Gedenkstätten für die Opfer des Holocaust. „Gedenkstättenfahrten sind ein wichtiger Teil der politischen Bildungsarbeit des Jugendbildungswerkes des Landkreises Gießen“, sagte Julia Erb, Jugendbildungsreferentin des Landkreises. „Gerade in einer Zeit, in der Juden in Deutschland wieder Angst haben, ist es umso wichtiger, aktiv und eindringlich an die Opfer des Holocaust zu erinnern“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises Jan Weckler (CDU). Er will nun den Kreiszuschuss für die Fahrten erhöhen.

Auschwitz und der Holocaust

Im Landkreis Gießen werden die Studienfahrten von der Jugendförderung des Kreise zusammen mit der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität organisiert. Bei einem Präsentationsabend im Theaterraum der Theo-Koch-Schule Grünberg wurde über die jüngste Studienfahrt in das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz berichtet. 13 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren hatten sich eine Woche lang intensiv mit Auschwitz und dem Holocaust, den Geschehnissen und Lebensbedingungen im Lager und der nationalsozialistischen Ideologie beschäftigt. Sie besuchten das Lagergelände und Ausstellungen, recherchierten, beteiligten sich an Arbeiten zum Erhalt des Geländes und führten ein Zeitzeugengespräch.

„Es ist nicht leicht, über Auschwitz zu sprechen, wenn man zurück im eigenen Alltag ist“ sagt Jugendbildungsreferentin Julia Erb. „Wir wollen einen Raum schaffen, in dem die Teilnehmenden von ihrer Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden Ideologie und den Verbrechen der Nationalsozialisten erzählen können.“

Betreut wurde die Gruppe von Christian Zeuch und Inga Bittendorf (Lehrende an der TKS Grünberg), Annika Binsch (Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus- Liebig Universität Gießen) und Julia Erb.

Die Gruppe aus Gießen in der Gedenkstätte Auschwitz. (Foto: Landkreis Gießen)

Für höheren Zuschuss

62 Schulklassen mit insgesamt 1.260 Schülern aus dem Wetteraukreis haben 2017 eine Gedenkstätte des nationalsozialistischen Terrors besucht. Der Kreis unterstützt die Fahrten von Jugendgruppen und Schulklassen zu Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors mit einem Zuschuss in Höhe eines Drittels der Fahrtkosten. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieser Anteil auf 50 Prozent erhöht wird, um zumindest finanzielle Gründe, die gegen eine solche Fahrt sprechen, zu minimieren“, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Jan Weckler.

Die Schüler aus dem Wetteraukreis sind vor allem zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald gefahren. Die Singbergschule Wölfersheim ist an vier Terminen mit insgesamt 230 Schülern dorthin gereist. Nur eine Fahrt hatte ein anderes Ziel: das Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen fuhr zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Osthofen. Dass die Gedenkstätte Buchenwald bevorzugt wird, liege daran, dass sie innerhalb eines Tages zu erreichen ist, heißt es in einer Pressemitteilung des Wetteraukreises. So seien auch Schüler aus der Gesamtschule Konradsdorf, der Schule am Dohlberg in Büdingen, der Solgrabenschule in Bad Nauheim, der Karl-Weigand-Schule in Florstadt, der Mittelstufenschule Nidda, der Johann-Philipp-Reis-Schule Friedberg, des Augustinergymnasiums Friedberg, der Freien Waldorfschule in Bad Nauheim sowie alle Auszubildenden der Wetterauer Kreisverwaltung dorthin gefahren.

Wer im August im Landkreis Gießen mit zur Gedenkstätte Buchenwald fahren möchte, kann sich an Julia Erb wenden, Telefon 0641/9390-9233, E-Mail: julia.erb@lkgi.de

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