Hambacher Forst

Wetterauer fahren zur Pflanzaktion

Zu einer Fahrt in den von Braunkohle-Baggern bedrohten Hambacher Forst bei Aachen ruft das Aktionsbündnis „Querstellen-Friedberg“ auf.  Für den 16. September 2018 gibt es noch Mitfahrgelegenheiten. Während der Rodung soll es in der Wetterau Mahnwachen geben.

Aufbäumen im Hambacher Forst

Der Energiekonzern RWE wird in den nächsten Wochen den restlichen Teil  des Hambacher Forstes roden, glauben die Mitglieder des Aktionsbündnisses „Querstellen-Friedberg“.  Den Protest dagegen wollen die Energiewende-Befürworter vor Ort, aber auch in der Wetterau verstärken. Denn der Kohleausstieg sei ebenso dringend erforderlich wie der Atomausstieg und dulde keinen Aufschub, so der Bündnis-Sprecher Hans-Dieter Wagner.

Blick von einem besetzten Baum auf das Tagebaufeld Hambach. Foto: Privat

Es werde immer notwendiger, dass sich die viel beschworene Zivilgesellschaft bemerkbar macht: „Werden wir aktiv und zeigen wir Solidarität mit denen, die mit hohem persönlichen Einsatz für unsere Ziele eintreten.“

Mitglieder von „Querstellen“  fahren am Sonntag, 16. September 2018 mit Autos zum Hambacher Forst, um an der Pflanzaktion „AufBäumen gegen Kohle“ und an einem sonntäglichen Waldspaziergang mit Führung teilzunehmen.  Wagner: „Gerne nehmen wir Interessierte mit und helfen bei der Organisation von Fahrgemeinschaften.“  Melden kann man sich per Mail unter querstellen-friedberg@t-online.de.

Zusätzlich wollen die Wetterauer bald im Zusammenhang mit der Rodung Mahnwachen in Friedberg organisieren, bei der Fotos über die  Baumbesetzungen im Hambacher Forst informieren sollen. Eine weitere Aktion mit  dem Motto „Kohle unten lassen“ sei in Friedberg geplant. An Demonstrationen gegen den Kohleabbau im Rheinland, zum Beispiel am 14. Oktober 2018, werde man teilnehmen und hoffe auf weitere Unterstützer.

Seit sechs Jahren leisten  Baumbesetzer*innen Widerstand gegen die Ausweitung des Tagebaus und die Rodung des Hambacher Waldes. In ihren Baumhäusern oder im Wiesencamp am Waldrand stellen sie sich den Braunkohlebaggern entgegen. RWE, Polizei und CDU-Innenminister Reul wollen diesen Widerstand jetzt brechen und den Hambacher Forst endgültig zerstören, bevor die Kohlekommission womöglich zu anderen Empfehlungen kommt. Die Räumung hat bereits begonnen. Mit großem Polizeiaufgebot wurden in den letzten Tagen  das Wiesencamp durchsucht, Materialien und Werkzeuge beschlagnahmt, wichtige Versorgungseinrichtungen auf dem Boden zerstört und Personen „in Gewahrsam“ genommen. Auch erste Baumhäuser wurden mit Hilfe von Hebebühnen geräumt und zerstört, Solidaritätsdemos und -versammlungen behindert. Nach Hans-Dieter Wagners Auffassung soll offenbar hart durchgegriffen werden, damit bis zum Beginn der Rodungssaison der Widerstand gebrochen ist. Zwar habe RWE zugesagt, nicht vor dem 14. Oktober zu roden, was aber keineswegs bedeute, dass die Räumung nicht weitergehen wird.  „Das Vorgehen erinnert fatal an James Camerons Science-Fiction-Film „Avatar“, in dem profitgierige Rohstoffausbeuter die „Na‘vi“ aus ihrem Wald vertreiben.“  Gegen die Zeichen der Zeit setze RWE  unter Mithilfe von Politik und Polizei die eigenen Profitinteressen durch.

Informationen und Links unter www.querstellen-friedberg.de

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