Inhaftierter Journalist

dju fordert Freilassung von Güray Öz

In der Türkai ist auch Güray Öz (Foto) inhaftiert, der von 1987 bis 1997 mit seiner Familie im Rhain-Main-Gebiet lebte. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi Hessen fordert seine Freilassung.

Aus Protest ein weißer Fleck

Die dju setze sich für die Freilassung aller in der Türkei inhaftierten Journalistinnen und Journalisten ein, heißt es in einer Pressemitteilung der Journalistengewerkschaft. Unter ihnen sei neben dem aus Flörsheim stammenden Deniz Yücel auch der 1949 geborene Güray Öz, der von 1987 bis 1997 mit seiner Familie im Rhein-Main-Gebiet lebte und unter anderem für die Wochenzeitung „Cumhuriyet Hafta“ tätig gewesen sei. Außerdem habe er als Pressesprecher für das Zentrum für Türkei-Studien an der Universität Essen gearbeitet.

Öz habe mehrere Arbeiten über die eingewanderten  türkischen MigrantInnen veröffentlicht, unter anderem „Kulturelle Probleme der TürkInnen in der BRD“ (1996), „Diskriminierung in Deutschland“ (1998). Öz sei auch Gründungsmitglied des Vereins „Union türkisch-europäischer JournalistInnen“ (ATGB), der sich 1999 in Frankfurt konstituiert habe.

Aus Protest ist Öz‘ Kolumne ein weißer Fleck.

In der Türkei habe Öz zuletzt für die Tageszeitung „Cumhuriyet“ gearbeitet und die Leser in seiner Kolumne „Aus Europa“ regelmäßig über europäisch-türkische Themen informiert. Als Ombudsmann für die Leser habe er zudem von den Ergebnissen der Redaktionskritik berichtet. Seit seiner Verhaftung erscheine seine Kolumne aus Protest nur noch als weißer Kasten mit seinem Bild und seinem Namen, aber ohne Text.

Konstruierte Haftgründe

Am 31. Oktober 2016 sei Güray Öz in Ankara von Anti-Terror-Einheiten der Polizei verhaftet worden und warte seitdem in der Vollzugsanstalt Silivri/Istanbul, zusammen mit weiteren zwölf Cumhuriyet-Redakteuren, auf die Fertigstellung und Zustellung der Anklageschriften.

Als Grund der Festnahme sei in der Öffentlichkeit bisher nur bekannt geworden, dass Öz und seine Kollegen Mitglieder der Gülen-Organisation und der PKK seien und in deren Namen Straftaten begangen hätten. Und dies, obwohl die verhafteten JournalistInnen und auch die Zeitung „Cumhuriyet“ bis zuletzt klare Kritiker sowohl der Gülen-Bewegung als auch von PKK-Terror gewesen seien. „Aufgrund der offenkundig konstruierten Haftgründe fordert die dju Hessen die unverzügliche Freilassung von Güray Öz und seiner Kollegen“, erklärt die Journalistengewerkschaft.

Ein Gedanke zu „Inhaftierter Journalist“

  1. Endlich höre ich etwas von einem dju-Protest wegen der Verhaftung türkischer KollegInnen. Die zweite Journalistenvereinigung, der Deutsche Journalistenverband djv scheint früher und deutlicher – zumindest im Fall Deniz Yücel – protestiert zu haben. So ein schriftliches statement der dju ist mir aber noch zu wenig. Die Gewerkschaft sollte mehr Phantasie entwickeln, um ihren Protest öffentlicher zu machen.

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