Beispiel Griechenland

Die Gewerkschaften und das Spardiktat

Gespannt verfolgen Gewerksdemochafter in aller Welt, wie sich die neue griechische Regierung gegen das Spardiktat der Troika wehrt. Über ihre Erfahrungen berichten Gewerkschafter aus Griechenland an Samstag, 28. März 2015 im Frankfurter Gewerkschaftshaus.

Gewerkschaftsrechte ausgehebelt

Die Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU hatte dem griechischen Staat Geld geliehen, damit der Schulden an internationale Banken zurückzahlen konnte. Im Gegenzug verlangte die Troika einen strikten Sparkurs. Betroffen davon waren auch die Gewerkschaften. Der Mindestlohn wurde gekürzt und Entlassungen wurden erleichtert. Das Lohnniveau sank um 30 Prozent. Streiks wurden unter Androhung von Haftstrafen verboten, berichten die Veranstalter der Diskussion am Samstag im Frankfurter Gewerkschaftshaus: DGB Bildungswerk Hessen, DGB-Stadtverband Frankfurt, Rosa Luxemburg Stiftung und Griechenland Solidaritätsgruppe Darmstadt.

Die Bevölkerung wehrte sich gegen diese Politik und wählte am 25. Januar 2015 eine neue Regierung, die nun mit ihrem Kampf gegen das Spardiktat Aufsehen erregt.

Wie kann sich die neue griechische Regierung gegen die Vorgaben der Troika wehren? Was haben die Gewerkschaften von der neuen Regierung zu erwarten? Gewerkschafter aus Griechenland berichten am Samstag, 28. März 2015, um 19 Uhr im Wilhelm-Leuschner-Saal des Frankfurter Gewerkschaftshauses, Wilhelm-Leuschner-Damm 67-69:

Nikos Antoniou, Vorsitzender der Gewerkschaft „Buch und Papier“, berichtet von den Angestellten der Buchläden, die um einen neuen Tarifvertrag kämpfen und sich gegen Ladenöffnung am Sonntag wehren.

Ein Gewerkschafter der Athener Metroangestellten berichtet vom Kampf gegen Privatisierung und Entlassungen sowie den Anklagen gegen Gewerkschafter und den zehn laufenden Verfahren.

Eine Putzfrau aus dem Finanzministerium berichtet, wie sie mit knapp 600 Kolleginnen entlassen wurde und sie über ein Jahr lang mit einem Dauercamp gegen die vom obersten Arbeitsgericht als verfassungswidrig erkannten Entlassungen protestierten. Die neue Regierung hat angekündigt, die Putzfrauen wiedereinzustellen.

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