Ouzo im Deutschen Haus

Nissens Woche – die dreizehnte

Schauen wir uns die ChaHopencen an: Die Woche hatte trotz des tragischen Weltgeschens einiges zu bieten. Teilweise sogar kostenlos. Am Ende steht die Frage: Sollte Schlafbekleidung künftig eine größere Rolle spielen?

 Ouzo im Deutschen Haus

Mach es wie die Sonnenuhr – zähl die schönen Stunden nur. Also dann:

Sonntag: Die Sonne scheint den ganzen Tag. Nach vielen Wochen klappt es endlich, mit Kerstin und Christoph einen Ausflug zu machen. Wir treffen uns am Kastell Zugmantel und laufen los. Die Palisade und die Mini-Arena aus dem Jahre 200 finden wir leider nicht – aber einen Tisch in einer warmen Gaststube für das kalte Abschlussbier in der Idsteiner Altstadt. Wir landen im Deutschen Haus, dessen Wirt recht leckere griechische Spezialitäten auftischt. Sehr zu empfehlen. „BESUCHEN SIE AUCH UNSER WÜNDERSCHÖNER GEWÖLBERKELLER!“ heißt es auf seiner Homepage. Machen wir nächstes Mal bestimmt.

Montag: Die Sonne scheint schon wieder. Müsste dringend einiges am Schreibtisch erledigen . Doch nun habe ich einen Vorwand, mich davor zu drücken. Ich karre die Sommerreifen aus dem Schuppen herbei und schraube sie ans Auto. Dann noch eine Fahrt zur Tanke, Luft schöpfen. Und es kostet nichts!

Limeswind
Damals und heute sind auf dem Galgenkopf bei Kemel traulich vereint. Foto: Nissen

Dienstag: Immer noch Sonne. Ich fahre diesmal allein zum Kastell Zugmantel und guck mir alles ganz genau an – was sonst all meine Begleiter enorm nervt. Zum Schluss noch der Römerturm bei Dasbach. Er wird gerade renoviert. Ich helfe einem älteren Aktivisten des Römerturm-Freundeskreises, einen Generator ins Erdgeschoss zu schleppen. Zum Dank lässt er sich in ein Fachgespräch über die richtige Konstruktion von Limes-Wachttürmen verwickeln.

Mittwoch: Immer noch Sonne! Also fahre ich nach Kemel, um noch ein Stück am Limes zu wandern. Auf dem Weg dorthin kriege ich einen erfreulichen Anruf. Und auf den 25 Kilometern nach Orlen kann ich weit über die Hintertaunus-Kuppen kucken. Am Ende blasenfreie Füße.

 Donnerstag: Gehe gleich an den Schreibtisch und erledige diverse Wichtigkeiten. Danach eine Zigarre auf der zugigen Terrasse. Am Abend bin ich zum Pizza-Essen mit einer Ex-Kollegin verabredet, die ich vier Jahre nicht gesehen habe. Wir erkennen uns gleich wieder und haben auch viel zu erzählen.

Freitag: Die Liebste hat Spätdienst – wir können zusammen zu Mittag essen. Mir gelingt ein leckerer Gemüseauflauf. Dann ein paar Texte für den Landboten. Weil sich die Leserinnen und Leser offenbar für Nazis und Lascaux-Erinnerungen interessieren, gehen die Klickzahlen durch die Decke. Ein schönes Gefühl. Hoffentlich werde ich nicht quotengeil.

pyjama
Quer- mit Längsgestreift geht eigentlich garnicht. Aber im Bett? Foto: Nissen

Samstag: Ist ja noch nicht vorbei. Um neun erstmal einen Tee ans Bett und ein bisschen in der neuen Titanic geschmökert. Da gibt es ein herrliches Expertengespräch über Schlafbekleidung voller Aha-Erlebnisse. Ein ganz neues Themenfeld tut sich auf, zu dem jeder seinen Senf geben kann: Pyjama, T-Shirt, Nachthemd oder gar nackt? Trägt irgendjemand Schlafschuhe? Wann ist Duschen sinnvoll? Wie oft sollte man die Bettwäsche wechseln? Ist es akzeptabel, tagelang in denselben Merinosocken herumzulaufen, nur weil die nicht müffeln?

Die Sonne scheint schon wieder. Ich muss jetzt Schluss machen. Gleich kommt die Liebste vom Einkaufen zurück. Sie wird energisch verlangen, dass wir nun die Terrasse kärchern. Es ist Frühling.

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