Georgien

Blick in die georgische Seele

 von Jörg-Peter Schmidt

Durch die Frankfurter Buchmesse ist Georgien in Deutschland  bekannter geworden. Viele Menschen haben, auch ohne dieses interessante Land persönlich kennengelernt zu haben, in den zahlreichen Veranstaltungen in und außerhalb Frankfurts wichtige Erläuterungen über Land und Leute erhalten. Sozusagen als Abschluss der überregionalen Georgien-Reihe wurde in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar auf Einladung der Goethe-Gesellschaft eine Ausstellung mit Bildern von Vakhtang Megrelishvili (Foto) eröffnet, der Professor an der Nationalakademie der Schönen Künste in Tbilissi ist. Umrahmt wurde die Vernissage durch Lesungen, bei der die vielfältige Literatur der nur rund 3,7 Millionen Menschen umfassenden Nation vorgestellt wurde.

Vakhtang Megrelishvili eröffnet Ausstellung

Eine der faszinierenden Arbeiten des Künstlers.

Umrahmt wurde die Vernissage durch Lesungen, bei der die vielfältige Literatur der nur rund 3,7 Millionen Menschen  umfassenden Nation vorgestellt wurde. Die rund 60 Besucher erhielten Einblicke in die Besonderheiten des Landes, seine malerische Schrift, die  melodische Sprache. Georgien beginnt man schnell zu mögen, auch wenn man noch nicht dort war.  Das geht Bettina Twrsnick (Leiterin der Phantastischen Bibliothek),  die durch das Programm führte, nicht anders: „Ich will dieses Land schon bald besuchen.“

Die Seele der Menschen sowie ihre von Glück, aber auch Kriegen geprägte Geschichte zeigt sich  in den Bildern von Vakhtang Megrelishvili , der seinen Stolz ausdrückte, „in Wetzlar ausstellen zu dürfen; schließlich hat  doch der große  Goethe eine Zeit lang hier gelebt“. Die Gäste folgten gern seiner Bitte, mit ihm einen Rundgang  zu unternehmen, damit er seine Exponate erläutern konnte.

Einflüsse der Felsmalereien

Da einige Georgierinnen und Georgier gekommen waren, erfolgten seine Erläuterungen entweder in seiner Landessprache (übersetzt von Prof. Dr. Marina Bokuchava) oder für die heimischen Besucher auf Deutsch. Seine Bilder sind von künstlerisch historischen Einflüssen bis hin zu Felsenmalereien, aber auch  von modernen Stilrichtungen beeinflusst.  Ob es die Motive „Weiße Fische“, „Spaziergang mit Hund“, „Mann und Frau“„ Musikanten“ oder eine „Phantastische Kompostion“ sind: Silhouetten füllt der Grafik-Spezialist mit leuchtenden Kugeln,  Kreisen oder anderen Überraschungen aus. Er ist ein humorvoller Mensch, der gern mit einem typisch georgischen Augenzwinkern malt oder zeichnet.

Emzar Jgerenaia (Professor für Soziologie an der Universität in Tbilissi) trug ein Gedicht in georgischer Sprache vor. (Fotos: Jörg-Peter Schmidt)

Im Rahmenprogramm sorgten als Vorleserinnen Angelika Nitschke, Rebekka Schnoor und Bettina Twrsnick dafür, dass die Zuhörer gedanklich in Büchern blätterten konnten, die von Mythen und Märchen, Liebesgeschichten, aber auch blutigen Auseinandersetzungen handeln.  Rezitiert wurden unter anderem Auszüge aus „Bestseller“  von Beka Adamaschwili, „Der erste Russe“ von Lasha Bugadze und „Der scharlachrote Wolf“ von Goderdsi Tschocheli. Ganz spontan erklärte sich Emzar Jgerenaia  (Professor für Soziologie an der Universität in Tbilissi) bereit, ein Gedicht in georgischer Sprache, dessen Titel auf Deutsch „Engel mit  Pergament“ heißt, vorzutragen. Und so wurde zur Freude der Organisatoren der Goethe-Gesellschaft Wetzlar mit Angelika Kunkel an der Spitze und der Phantastischen Bibliothek  bei dieser internationalen Begegnung  deutsch-georgische Freundschaft geschlossen.

Die Ausstellung mit den Bildern von Vakhtang Megrelishvili ist in der Phantastischen Bibliothek noch bis zum 12. November 2018 zu sehen (montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr).

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