GEO-Tag der Artenvielfalt

Naturdetektive erkunden Bizzenbachtal

Von Corinna Willführ nabu2

Seit dem Jahr 2000 beteiligt sich der Naturschutzbund Wehrheim (NABU) am GEO-Tag der Artenvielfalt. Initiiert wurde dieser von dem Magazin gleichen Namens. Seine Intention: Menschen den Reichtum an Flora und Fauna in ihrer unmittelbaren oder weiteren Umgebung vorzustellen und sich damit der Bedeutung der Biodiversität bewusst zu werden.

Kröten, Frösche, Simsen und Seegen

Unter dem Motto „Wie viel Raum braucht die Natur? Wo stößt die Artenvielfalt an ihre Grenzen?“ sind für Samstag, 13. Juni 2015, von 11 bis 16 Uhr Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingeladen, das vom NABU Wehrheim betreute Naturschutzgebiet „Auwiesen“ im Bizzenbachtal zu erkunden. „Wir möchten möglichst viele Arten im Wasser und um unsere Tümpel herum finden und bestimmen, um sie an GEO zu melden. Jede Hilfe ist willkommen“, lässt NABU-Vorsitzender Wolf-Dieter Herrmann alle Neugierigen wissen.

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Der Weg zu den „Auwiesen“ ist ab dem Parkplatz am Schwimmbad Wehrheim ausgeschildert. Was es dort zu entdecken gibt? Wolf-Dieter Herrmann: „Über 500 verschiedene Arten. Allein bei den Amphibien sind es unterschiedliche Erdkröten, Frösche und Molche in den Tümpeln.“ Und am Ufer und drumrum: „Jede Menge Grasarten wie Simsen, Seegen, übrigens die Staude des Jahres, und Binsen.“ An besonders interessanten Stellen geben Hinweistafeln des NABU weitere Auskunft.

Zum Programm gehören neben Informationen rund um das Thema Biodiversität und Gewässerschutz die Bestimmung von Pflanzen und Tieren mit Hilfe von Literatur sowie Hand-und Becherlupen. Für Kinder gibt es ein Quiz. Außerdem können die Besucher bei freiem Eintritt den „Lebensraum Hecke“ mit rund 50 Gehölzarten, eine Nistwand für Wildbienen „die Menschen denken immer, es gibt nur die Honigbiene“ (Herrmann) und eine Röhrichtzone erkunden. Wolf Dieter Herrmann: „Auf unserem Schutzgebiet ‚Auwiesen‘ gibt es auf einem verhältnismäßig kleinräumigen Gebiet viele verschiedene Strukturen, die zur Artenvielfalt beitragen.“ Die „Auwiesen“ sind nur eines von insgesamt 22 Biotopen, die der NABU Wehrheim betreut. Seine Mitglieder kümmern sich außerdem um Nisthilfen für Höhlenbrüter oder Wasseramseln und Schleiereulen, um den Amphibienschutz während der Krötenwanderung oder um Fledermausquartiere.

Beratung in Fragen des Naturschutzes

Neben der Teilnahme am GEO-Tag der Artenvielfalt im Juni, haben nabu1die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins jedes Jahr bereits auch im Mai viel zu tun. Denn der „Wonnemonat“ ist ihr „Naturschutzaktionsmonat“, in dem sie mit Aktionen und/oder Führungen an die Öffentlichkeit gehen. Außerdem treffen sich die NABU-Mitglieder der Taunusgemeinde samstags zur Pflege der Biotope, arbeiten im Naturschutzbeirat mit und unterstützen Verbände und Behörden in Fragen des Umwelt- und Naturschutzes.

Übrigens: Der Bizzenbach entspringt im Waldgebiet des Taunus auf 390 Metern über dem Meeresspiegel. Bis zu seiner Mündung in den Erlenbach in Wehrheim (Strecke: rund vier Kilometer) passiert er das einstige Munitionsdepot und fließt danach fast ausschließlich durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Viele Jahre ist es her, dass sein Wasser als „Quelle“ für das Wehrheimer Freibad genutzt wurde. Wer Ruhe sucht und einen Ausblick gen Westen auf die Taunushöhen haben möchte: Im Bizzenbachtal ist beides noch möglich. Ohne Hunde auch ein Abstecher ins Naturschutzgebiet der „Auwiesen“.

NABU-Wehrheim.de

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