Frankfurt Marathon

Laufen für die Lebenshilfe

Von Elfriede Maresch

Hoffnungsvoll grüne T-Shirts tragen die Aktiven von 14 Staffeln, die beim Frankfurt Marathon am  Sonntag, 29. Oktober 2017, auf der Strecke sind. Mit der Teilnahme am Benefizlauf der Lebenshilfe Wetterau e.V. haben sie sich ein besonderes Ziel gesetzt. In der zweiten Wohnstätte der Lebenshilfe soll ein Bewegungsraum eingerichtet werden. Dafür haben sie sich einiges einfallen lassen. So wird Philipp Ratz (Foto)) mitmachen, Deutscher Meister im Marathon von 2007.

Kuschelbären am Trikot

Philipp Ratz, der damals noch Büttner hieß,  schaffte 2007 in Mainz die 42,195 Kilometer-Strecke in zwei Stunden 20 Minuten. Inzwischen ist er Sportlehrer an der inklusiven Sophie Scholl-Schule Bad Nauheim. Der durchtrainierte Mann ist auf dem besten Weg, eine neue Sportmode zu kreieren, sozusagen die Marathon-Fashion 2017. Alle Kinder der Sophie Scholl-Schule, deren Eltern mehr als zehn Euro für den Benefizlauf spendeten, dürfen ihre Namen auf kleine Kuschelbären schreiben. Ratz näht sie an sein Lauftrikot, an dem bis jetzt schon 25 der kleinen Braunen versammelt sind. Er wird zwei Staffeln mit insgesamt 23 Kilometern laufen. Die Bären sind dann wohl die ersten Kuscheltiere, die sich im Halbmarathon qualifizieren konnten!

Spitzensportler als Modeschöpfer? Philipp Ratz, Deutscher Marathonmeister 2007, geht in Frankfurt mit mindestens 25 Kuschelbärchen auf die Strecke. (Bild: Jochen Rolle)

Erfreulicherweise haben schon etliche Sponsoren, Firmen wie Private, Unterstützung für den Benefizlauf angemeldet. Aber das Ziel ist hoch gesteckt: die Einrichtung eines gut ausgestatteten Sport- und Bewegungsraumes wird rund 20 000 Euro kosten. Für die 17 schwerstmehrfachbehinderten, zum Teil auch blinden Menschen, die in der neuen Wohnstätte leben, ist ein solcher Raum sehr wichtig. Durch ihre Behinderung ist ihr Lebensradius eng. Sie brauchen Zuwendung und Anregung. „ Aktiv sein im Rahmen der individuellen Möglichkeiten“ ist das Grundkonzept der Angebote, des Tagesablaufs.

Zwar wurde die Wohnstätte mit ihrer aufwendigen Einrichtung durch öffentliche Kostenträger finanziert. Ein Bewegungsraum wird von diesen nicht finanziert, konnte aber durch Eigenmittel realisiert werden. Nun gilt es, den leeren Raum zu füllen. Die Menschen in der Wohnstätte brauchen Sinnesreize, Bewegungserlebnisse, um Wohlbefinden und Aktivität zu wecken: an einer Sprossenwand gestützt in die Aufrichtung kommen, auf Balanceboards schaukeln, angenehme taktile Hautreize empfinden und vieles andere mehr soll dort möglich sein.

Benefizläufe brachten 130 000 Euro

Da die Mitglieder der Lebenshilfe Wetterau gute Erfahrung mit Benefizläufen haben, sind sie auch jetzt optimistisch. Schon beim Bau der ersten Lebenshilfe-Wohnstätte zwischen 2000 und 2010 brachten fünf Benefizläufe innerhalb des Frankfurt Marathons insgesamt 130 000 Euro ein, die zur behindertengerechten Ausstattung beitrugen. Organisiert wurden die Events von den beiden sportlich aktiven Mitgliedern Edwina Noss-Wittig und Jochen Rolle. Auch jetzt haben die beiden erfolgreich vorgearbeitet. Wieder gab es eine Pastaparty im Vorfeld, wo alle organisatorischen Details abgesprochen wurden. Auszubildende des Berufsbildungswerks Karben sorgten für ein leckeres Büffet mit verschiedenen Nudelgerichten. Die Kosten übernahm die Leiterin der Frühförderstelle, Ute Wilhelm.

Nun hoffen Mitglieder und Teams der Lebenshilfe auf ein gutes Spendenaufkommen für den Bewegungsraum. Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Alle, die mitmachen, werden auf der Internetseite lebenshilfe-wetterau.de namentlich erwähnt. Das Spendenkonto bei der Sparkasse Oberhessen hat die IBAN DE53 5185 0079 0061 0001 86, beim Verwendungszweck bitte „Marathon“ angeben.

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