Anne Frank

Geschichte der Familie wird gelesen

Von Ursula Wöllcover-fleb-2015-akt

Frankfurt liest das Buch von Mirjam Pressler „Grüße und Küsse an alle: Die Geschichte der Familie von Anne Frank“. Das Todesjahr der Anne Frank jährt sich zum 70. Mal. Veranstaltungen vom 13. bis 26. April 2015.

Eine Frankfurter Familie

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Die Anne Frank-Stele in Frankfurt.

Welch wunderbare Idee: Eine ganze Stadt liest zur gleichen Zeit ein Buch, das mit dem Leben in dieser Stadt oder ihrer Geschichte zu tun hat. Öffentliche Lesungen bieten Raum für Diskussionen, so dass die Einwohner andere Lesebegeisterte kennenlernen können und sich stärker mit ihrer Stadt identifizieren. Nun findet das Frankfurter Lesefest „Frankfurt liest ein Buch“ zum 6. Mal statt, und zwar vom 13. bis 26. April. Als Lektüre ausgewählt wurde das Buch von Mirjam Pressler mit dem Titel „Grüße und Küsse an alle: Die Geschichte der Familie von Anne Frank“. Der Familienroman erschien bereits 2009 im Fischer-Verlag, doch 2015 jährt sich das Todesjahr der Anne Frank zum 70. Mal. Und die Familie Frank war ja eine Frankfurter Familie, die seit Jahrhunderten in der Stadt ansässig war.

1934 flüchtete die Famile vor den Nazis

Anne Frank wurde am 12. 6. 1929 in Frankfurt geboren und starb Februar oder März 1945 im KZ Bergen-Belsen, wahrscheinlich an Flecktyphus, wenige Tage nach ihrer Schwester Margot. Bereits 1934 flüchtete die jüdische Familie Frank vor den Nazis nach Holland, doch das Nachbarland blieb nicht vor der Nazi-Invasion verschont. So versteckten sich die Franks 1942 in einem Amsterdamer Hinterhaus, wo die junge Anne ihr frühreifes, bewegendes Tagebuch schrieb. Durch Verrat wurden alle deportiert, so dass die Schwestern dann noch ganz kurz vor Kriegsende im KZ starben.

Erst vor wenigen Wochen dagegen verstarb der 90jährige Cousin von Anne, Buddy Elias. Er wollte als Zeitzeuge auf dem Frankfurter Lesefest auftreten, was nun leider hinfällig ist. So muss es bei papierenen Zeitzeugen bleiben. Die Autorin Mirjam Pressler, die schon das Tagebuch Annes übersetzt hat, arbeitete die erst kürzlich auf einem Baseler Dachboden neu gefundenen Briefe, Dokumente und Fotos in ihren Familienroman ein. Und sie wird auf dem Lesefest anwesend sein. Am 14. 4. etwa liest sie um 11 Uhr in der Fürstenbergschule im Frankfurter Nordend. Allein 13 Schulen beteiligen sich in diesem Jahr an dem Lesefest, das auch Ausstellungen und Filme im Programm hat.

Das gesamte Programm wird unter www.frankfurt-liest-ein-buch.de vorgestellt. Sie können gerne Ihre Eindrücke von einer der zahlreichen Veranstaltungen an den ‚Landboten‘ mailen!

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