Fluglärm

Wie der Krach krank macht

Fluglärm schädigt die Blutgefäße, erklärte Professor Dr. Thomas Münzel von der Mainzer Universitätsklinik in einer Veranstaltung der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal.

Die Wirkung des Fluglärms

Die Uniklinik in Mainz ist selbst Leidtragende der neuen Landebahn Nord-West des Frankfurter Flughafens. Sie wird direkt überflogen und die Flughöhen wurden wie in Hanau und im Kinzigtal um 300 Meter abgesenkt. „Aber bei Ihnen hier ist mit 75 Prozent aller Landeanflüge der Fluglärm noch heftiger“, sagte Professor Dr. Thomas Münzel zu den Zuhörern am 1. Februar 2017 im Brockenhaus in Hanau. Nicht nur mit Fragebögen, sondern durch eigene medizinische Untersuchungen hat Münzel die Wirkungsmechanismen von Fluglärm auf den Körper gemessen. Sogar bei jungen gesunden Studenten lasse sich per Ultraschallmessung die Veränderung der Gefäßfunktionen messen, berichtete er. Die Studenten erhielten „Fluglärm“ in ihrem häuslichen Zimmer per MP3-Player. Schon nach zwei Nächten mit 30 bis 60 Überflügen sei eine Verschlechterung des Endothel, der innersten Beschichtung der Blutgefäße, zu registrieren gewesen. Und es habe keine Gewöhnungseffekte gegeben. Das Risiko eines Herzinfarktes steige um 20 Prozent, je länger ein Mensch dem Lärm ausgesetzt sei. Die Versuche haben laut Münzel gezeigt, dass sich Fluglärm auch auswirkt, wenn er nicht als Störung empfunden werde. Auch ohne aufzuwachen nehme der schlafende Mensch den Lärm wahr und der Körper reagiere.

Prof. Dr. Thomas Münzel von der Uniklinik Mainz erläutert im Brockenhaus in Hanau seine Lärmwirkungsforschung.

Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr einhalten

Von den drei Lärmarten, Fluglärm, Autolärm und Eisenbahnlärm werde der Fluglärm eindeutigals besonders störend empfunden. Entwicklungsverzögerungen bei Schulkindern durch Fluglärm sei durch die NORAH-Studie nachgewiesen worden. Auch die deutschen Herzstiftungen forde daher, dass die gesetzliche Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr endlich auch für den Flugbetrieb eingehalten wird. Die wirtschaftliche Interessen von Fraport müssten auf die Gesundheit der Menschen Rücksicht nehmen.

In der Diskussion nach dem Vortrag von Professor Dr. Thomas Münzel sagte Hanaus Stadtrat Andreas Kowol (Grüne), dass zusammen mit dem Main-Kinzig-Kreis und Maintal in der Fluglärmkommission Frankfurt versucht werde, die Nachtruhe auf 6 Uhr auszudehnen. In der Kommission gebe es aber unterschiedliche Interessen. Auch die inzwischen möglichen „gekrümmten“ Anflüge zur Verlagerung der schnurgeraden Flugrouten auf Bereiche mit geringerer Bevölkerungsdichte würden nicht einfach durchzusetzen sein. Elisabeth Schneider vom Vorstand der IG Fluglärm Hanau-Kinzigtal wies darauf hin, dass Bundesebene die Novellierung des Lärmschutzgesetzes ansteht. Dies gehe nur durch öffentlichen Widerstand der Menschen aus der Region. Die Montagsdemos am Flughafen Frankfurt gehen weiter mit dem Motto „Wir sind hier, wir sind laut – weil Fraport uns die Ruhe klaut“.

Aufmerksame Zuhörer: Landratskandidaten links Herr Thorsten Stolz (SPD), Herr Rainer Bousonville (Grüne) und ganz rechts Frau Srita Heide (CDU). Links daneben Stadtrat Andreas Kowol (Grüne, Hanau). Im Hintergrund Frau Heike Hennig (Vorstand der IG Fluglärm)

2 Gedanken zu „Fluglärm“

  1. Der Fluglärm wo ich wohne in Bad Schwalbach ist kaum noch zu ertragen meist minütlich direkt oder neben dem Haus ich muß oft nach Taunusstein fliehen weil es da noch erträglich ist…der Fluglärm zerstört die Umwelt und die Gesundheit von Menschen
    menschenverachtende Folter nennt man das
    P.S ich fliege nicht !!!

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