Ev. Akademie Frankfurt

Veranstaltung „Humor ist…!“

von Ursula Wöll

Das Historische Museum und die Alte Nikolaikirche spiegeln sich in der Glasfassade der Evangelischen Akademie Frankfurt auf dem Römerberg. Der Umbau wurde kürzlich abgeschlossen, das neue Haus mit der spektakulären Glasfassade kostete 8 Millionen Euro. Nun finden eintägige Veranstaltungen im Herzen von Frankfurt statt, während Seminare weiterhin in Arnoldshain im Taunus mit seinen Übernachtungsmöglichkeiten laufen. 17 Evangelische Akademien gibt es in der Bundesrepublik. Sie werden getragen von den Landeskirchen, die Themen sind jedoch nicht auf den religiösen Bereich beschränkt, es werden wichtige gesellschaftliche Entwicklungen im sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bereich diskutiert. „Die Angebote sind offen für alle“, also auch für Nichtmitglieder der Kirche. Als interessanten nächsten Termin im neuen Frankfurter Haus am Römerberg 9 möchte ich auf die Abendveranstaltung am 6. Dezember 2017 über die ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ hinweisen.

Forum für Meinungsaustausch

Warum nicht einmal mit anderen Interessierten die ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ gemeinsam sehen? Gemeinsam mit ihnen lachen und staunen? Und gemeinsam mit ihnen über die Sendung diskutieren und Meinungen austauschen? Es muss ja nicht immer ein Familienmitglied sein, dessen Ansichten wohlbekannt sind. Also mal raus aus der Sofaecke und rein in den neuen Glaspalast! Zu Gast wird Dr. Dieter Krauß, der Redakteur der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ sein, so dass Infos aus erster Hand über die Entstehung einer solchen Sendung zu erwarten sind. Die Teilnahme ist kostenlos, Popcorn und Getränke stehen bereit. Dieser Mittwoch-Abend beginnt um 20.15 Uhr. (Bereits um 19.30 Uhr beginnt parallel eine Veranstaltung, gemeinsam mit der Katholischen Akademie sowie jüdischen und islamischen Organisationen.)

Bei einer Teilnahme kann man auch das umgebaute außergewöhnliche Haus von innen kennenlernen. Auf Stelzen steht es nach wie vor, so wie es nach Kriegsende erbaut wurde. Nur ist es jetzt über 5 Meter höher, mit Satteldach und einer auffälligen Glasfassade. Das Dachgeschoss ist ein einmaliger Panoramasaal, durch dessen Glaswände man einen schönen Blick auf die sich ringsum ausbreitende Altstadt genießen kann. Umgekehrt können natürlich auch die Passanten sehen, was im Inneren vorgeht. Transparenz, wie sie in den Diskussionen angestrebt wird, soll sich auch im Gebäude spiegeln.

Zivilgesellschaft braucht Gespräche

Die Standorte der übrigen 16 Akademien kann man unter www.evangelische-akademie.de/akademien/ erfahren. Viele wurden bereits wenige Jahre nach Kriegsende gegründet, die Evangelische Akademie in Bad Boll sogar schon 1945. Man wollte zur Demokratisierung beitragen und baute „auf die Kraft der Begegnung von Menschen, auf die Macht des Wortes und den offenen ideologiefreien Diskurs“.

Die prächtigste Akademie ist diejenige in Tutzing. Sie ist im Schloss untergebracht, inmitten eines großen Parks, der direkt an den Starnberger See grenzt. In ihn wurden moderne Übernachtungshäuser, ein Glashaus für die Mahlzeiten und eine große Rotunde für die Vorträge und Diskussionen gesetzt. Zu Wochenend-Seminaren habe ich mehrmals den weiten Weg auf mich genommen. Denn in Tutzing werden nicht nur spannende Themen bis hin aus dem literarischen Bereich angeboten. Hier erlebt man durch das wunderbare Umfeld ein Gesamtkunstwerk. Man begibt sich angeregt von den Vorträgen und Debatten in der Rotunde zum exquisiten Mittagessen und kann auch am Tisch weiterdiskutieren. Man macht mit anderen in der Mittagspause einen Spaziergang am Seeufer. Man trifft sich nach dem Abendessen im Blauen Salon, wo das Miteinander-Sprechen munter weitergeht, nun angefeuert durch ein Glas Wein. Ganz billig ist dieser Spaß nicht, zumal die ReferentInnen bekannte Fachleute von außerhalb sind. Die verhandelten Themen haben oft Einfluss auf die gesamtgesellschaftliche Diskussion und finden Erwähnung in den großen Medien. Studenten und andere mit schmalem Geldbeutel zahlen weniger, doch wird leider über den Preis eine gewisse Auswahl getroffen.

Die übrigen Akademien sind billiger zu buchen. Manche haben offenbar ihre Lieblingsthemen, so bietet die Evangelische Akademie Thüringen gerne Seminare über Martin Luther King an, diejenige in Loccum hat sich auf afrikanische Themen kapriziert und auch Referenten und TeilnehmerInnen von dort zu Gast.

Fazit: Wer gerne mit anderen über gesellschaftliche Themen aus Philosophie, Kultur, Religion, Politik, Zeitgeschichte und und…diskutiert, ist bei den Evangelischen Akademien an der richtigen Adresse. Die Halbjahresprogramme für 2018 sind bereits einsehbar.

Wer an der Frankfurter Abendveranstaltung „Die Anstalt“ am 6. Dezember im neuen Haus Römerberg 9, teilnehmen möchte, muss sich anmelden bei  hempel@evangelische-akademie.de  oder Telefon 069-2165-1111.

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