Eisstadion

Eissport als „schlafender Riese“

Das alte Eisstadion in Bad Nauheim soll möglichst durch einen Neubau an einem anderen Standort ersetzt werden. Einstimmig beschloss das Stadtparlament bei seiner jüngsten Sitzung, 50 000 Euro für eine Projektplanung in den städtischen Haushalt einzustellen. Zudem soll der Magistrat geeignete Flächen für das „Leuchtturm-Projekt“ untersuchen und benennen.

Über 70 Jahre besteht der EC Bad Nauheim - und mit ihm das alte Stadion. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Über 70 Jahre besteht der EC Bad Nauheim – und mit ihm das alte Stadion. (Bild: Petra Ihm-Fahle)

50 000 Euro für Projektplanung

Wie CDU-Fraktionsvorsitzender Manfred Jordis berichtete, habe es mehrere Treffen zwischen dem Eishockey Club Bad Nauheim (EC) und der Magistratsspitze gegeben. „Dabei wurde immer von einem Gutachten gesprochen“, sagte Jordis. Laut dieser Expertise solle eine Sanierung des Stadions acht Millionen Euro kosten. Die CDU sei daraufhin auf den EC zugegangen, um sich ein Bild zu machen. Der Fraktion sei dabei signalisiert worden, dass es keinen Sinn mache, so viel Geld in solch ein altes Eisstadion zu investieren. Daher beantrage die CDU, 50 000 Euro in den städtischen Finanzetat einzustellen, um eine Projektplanung für einen Neubau vorzunehmen.

Das Colonel-Knight-Eisstadion. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Das Colonel-Knight-Eisstadion. (Bild: Petra Ihm-Fahle)

„Federführendes Thema“

Laut dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Axel Bertrand haben sich die Sozialdemokraten ebenfalls mit dem EC getroffen. „Es ist ein federführendes Thema in Bad Nauheim“, betonte er. Erfolgreich stellte Bertrand einen Änderungsantrag, wonach der EC in die Projektplanung eingebunden werden soll.

FDP-Sprecher Peter Heidt sprach von einem Leuchtturm-Projekt. Er sei ein großer Eishockey-Fan, betonte er. Das Eisstadion sei kein Projekt, um es sich „politisch an die Brust zu nageln“ – es müsse gemeinsam gestemmt werden. Wie Heidt in Richtung CDU unterstrich, wäre es „der Sache dienlicher gewesen, einen fraktionsübergreifenden Antrag auf den Weg zu bringen“. Er habe längst Gespräche mit dem EC geführt gehabt, und auch die anderen Fraktionen seien zeitnah dort gewesen.

„Neue Chance für Vermarktung und Tourismus“

Heidt nannte Gründe, weshalb ein Neubau Sinn mache: „Das alte Stadion ist nicht mehr sanierungsfähig. Es lässt sich auch nicht mehr in eine Arena 2020 verwandeln. Außerdem wollen wir nicht nur den Profi- sondern auch den Eissport erhalten.“ Es bezeichnete es als Chance, eine Multifunktionshalle zu errichten, daneben eine Trainingshalle. Auch sehe er eine gute Perspektive in der Zusammenarbeit mit Friedberg. „Bad Nauheim und Friedberg sind ein schlafender Riese“, beschrieb er das Projekt als „ganz neue Chance für die Vermarktung“. Den Tourismus könne es ebenfalls stärken. Er bitte um „Mut für das Leuchtturm-Projekt“.

Das alte Eisstadion liegt im Kurpark. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Das alte Eisstadion liegt im Kurpark. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Ein Schritt nach dem anderen

Erster Stadtrat Peter Krank (parteilos) appellierte, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Zunächst müsse das Gutachten auf den Tisch. „Wir müssen schauen, ob wir sanieren können. Das kann schwierig werden.“ Bürgermeister Klaus Kreß und er hätten daher den Neubau ins Spiel gebracht. Allerdings müsse klar sein, dass es bei den künftigen Investitionen in Bad Nauheim insgesamt um Beträge von 60, 70 oder 80 Millionen Euro gehe. „Wir wissen nicht, ob wir das alleine leisten können“, sagte er.

„Stadt kann es nicht alleine machen“

Markus Theis (FW/UWG) nannte es befremdlich, von einem existierenden Gutachten aus der Zeitung erfahren zu haben. „Man hätte sich gewünscht, den gleichen Kenntnisstand zu haben wie der Magistrat“, sagte er. Die Freien Wähler würden dem Antrag zustimmen, denn sie hielten das Vorgehen für richtig. „Die Stadt wird es auf keinen Fall alleine machen können“, gab er zu bedenken. Zudem könne bei der Projektplanung auch herauskommen, dass das Vorhaben nicht realisierbar sei.

Vertrauen aufbauen

Rathauschef Kreß erläuterte den Grund, weshalb Erster Stadtrat Krank und er alleine auf den EC zugegangen seien. Als die beiden ihre Ämter antraten, habe ein zerrüttetes Verhältnis zwischen Club und Stadt bestanden. „Es ging uns darum, Vertrauen zu dem EC aufzubauen, da dies im Argen lag.“ Deshalb sei hinsichtlich der Gespräche Vertraulichkeit vereinbart gewesen. Die Hauptlast müsse ein Investor tragen, meinte auch Kreß. Da der Eissport gleichzeitig Tradition, Image und Wirtschaftsfaktor sei, halte er es für wichtig, das Projekt voranzubringen.

Votum ist einstimmig für neues Eisstadion

Nachdem Grünen-Fraktionsvorsitzende Claudia Kutschker ebenfalls Zustimmung in Aussicht stellte, da es ein offener Prüfantrag sei, kam es zur Abstimmung, die einstimmig ausfiel.

Eissport in Bad Nauheim

https://ec-bn.de/

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