Chor „Songlines“

„Bohemian Rhapsody“ gemeistert

Von Jörg-Peter Schmidt

Wer heutzutage behauptet, Chöre seien etwas Dumpfbackiges aus der Mottenkiste, irrt: In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche neue Ensembles gegründet. Menschen verschiedener Generationen finden sich zusammen und haben großen Spaß am Gesang. Wie man junge Leute für Musik begeistern kann, zeigt der Chor „Songlines“, der 2008 von der Musikschule Lich (Kreis Gießen) gegründet wurde: Etwa 20 Sängerinnen und Sänger im Alter von  15 bis 25 Jahren verfügen über ein vielfältiges Repertoire von internationalen  aktuellen und älteren Rock- und Pophits, Folklore, Jazz sowie Volksliedern. Wie gut das funktioniert, davon konnte man sich jetzt beim Konzert  zum zehnjährigen Bestehen während der „Licher Kulturtage“ in der Bezalel-Synagoge.

Wechsel zwischen weich und temperamentvoll

Er war darf stolz auf den Chor „Songlines“ sein: der Musikpädagoge Peter Damm. (Fotos: Jörg-Peter Schmidt)

Das Publikum in Lich spendete zu Recht Standing Ovations und man merkte dem Musikpädagogen Peter Damm, der „Songlines“ von Anfang an leitet, an: Er ist stolz und bewegt  angesichts der Leistung des Chores, der sich stets weiterentwickelt hat. Dies wurde besonders deutlich, als die Singgruppe „Bohemian Rhapsody“ meisterte, was keine Selbstverständlichkeit ist: So mancher Chor scheitert an diesem ersten Nummereins-Hit von „Queen“ aus dem Jahr 1975, einem Song mit ständigem Wechsel zwischen weichen und temperamentvollen Stimmungen. Bekanntlich soll „Queen“ für das Einspielen ihres von Freddie Mercury geschriebenem Meisterwerk allein für den Gesang rund 90 Stunden gebraucht haben.

Dank Einfühlungsvermögen und Konzentration bewältigten die Chormitglieder auch schwer zu singende Klassiker wie „Bohemian Rhapsody“ von „Queen“.Nicht nur für diesen „Queen“-Klassiker“, sondern auch für Songs wie „Barbara Ann“ („Beach Boys“) oder „Hallelujah“ (Leonard Cohen) gab es tosenden Applaus. Ob es Swing- oder Jazz-Rhythmen waren: Die Freude am Gesang, die man dem Chor (bei diesem Jubiläumskonzert verstärkt durch ehemalige Sängerinnen und Sänger)  anmerkte,  übertrug sich auf die Zuhörer, die sich bewusst waren, dass ohne intensive Probenarbeit ein solch tolles Konzert nicht möglich ist. Allerdings lohnt sich dieses Engagement: Wie Peter Damm berichtete, erreichte man beim 14. Hessischen Chorwettbewerb in den zweiten Platz. Und bei Konzertreisen unter anderem nach Schweden und Ungarn überzeugte man wiederum musikalisch und gewann neue Freunde.

Das war auch der Fall bei diesem Geburtstagsreigen, der eines der vielen Farbtupfer des Programms der „Licher Kulturtage“ war, die noch bis zum Sonntag, 18. März 2018 dauern. Allerdings gibt es nach dem offiziellen Programm der Kulturtage nach einigen Wochen noch einen Nachschlag: Am Samstag, 31. März 2018  findet um 18 Uhr im Kulturrestaurant Savanne in Lich als Finissage eine Lesung statt: Dr. Aide Rehbaum liest aus ihrem Roman „Äthiopischer Brokat“. Dazu wird ein afrikanisches Buffet serviert: sozusagen als Abschluss zum Genießen.

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kultur-lich.de 

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