Buchmesse Bad Nauheim

Lesestoff im Jugendstil-Ambiente

Die Kurstadt bekommt ihre Bücherschau. Das Badehaus 7. des Sprudelhofs in Bad Nauheim ist am Sonntag, 9. April 2017, Schauplatz der Ernst-Ludwig-Buchmesse. Der Landbote ist dabei, wenn an dem prächtigen Ort die Literatur der Region präsentiert wird: Wir richten in einer Badezelle des Badehauses unsere Redaktion ein und berichten von dort aus direkt von der Messe. Das Publikum kann uns dabei über die Schulter schauen.

Bücherschau an prächtigem Ort

Das Badehaus 7 (Fotos: Rieb)

Der Bad Nauheimer Sprudelhof ist ein Musterstück des Jugendstils mit seiner verschnörkelten Bauweisen und seiner reichen, ausdrucksstarken Ornamentik. Der Architekt Wilhelm Jost errichtete das Ensemble mit seinen sechs Badehäusern von 1905 bis 1910. Die von 2 bis 7 nummerierten Badehäuser sind alle ähnlich: der Eingang führt in einen zweigeschossigen Wartesaal, an den sich längsseits die Badezellen anschließen, die wiederum einen schmuckvollen Innenhof umschließen. Das Badehaus 7 haben Beatrix van Ooyen und Petra Ihm-Fahle zum Schauplatz der ersten Buchmesse der Kurstadt erkoren. Die beiden Organisatorinnen haben die Bücherschau nach Großherzog Ernst Ludwig von Hessen bei Rhein benannt, der Jost den Sprudelhof errichten ließ. Der Großherzog war auch als Komponist und unter Pseudonym auch  als Autor tätig. Er gründete die Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe und war Mäzen zahlreicher Künstler. Der Großherzog sei „Regierungschef, Kosmopolit, Menschenfreund, Ästhet und Künstler“ gewesen, schwärmen die Buchmesse-Organisatorinnen. Der Landbote wird sich in seiner Vorberichterstattung mit Ernst Ludwig befassen, der immerhin in einer Zeit regiert, als Deutschland das erste große Gemetzel der Weltgeschichte entfachte: den Ersten Weltkrieg. In dieses Jahr fallen sowohl der 150. Geburtstag als auch der 80. Todestag des Großherzogs. Bad Nauheims Gymnasium ist nach ihm benannt.

Die Veranstalterinnen der Buchmessen zeigen Landbote-Autoren das Badhaus 7. Von links: Beatrix van Ooyen, Michael Schlag, Jörg-Peter Schmidt, Klaus Nissen, Petra Ihm-Fahle.

Geschriebenes, Gesprochenes, Gemaltes

„Den Kern der Ausstellung bilden Wetterauer Kulturschaffende und die mit ihnen Netzwerkenden Freunde“, kündigen van Ooyen und Ihm-Fahle ihre Bücherschau an. „Rund um das geschriebene, gemalte und gesungene Wort wird es geistige und leibliche Genüsse geben“, erklären sie und fragen rhetorisch: „Welche Umgebung ist hierfür geeigneter als der Sprudelhof?“ Der Ort der Ausstellung wird während der Schau gebührend gewürdigt. Der Jugendstilverein der Kurstadt ist dabei. Modegruppen des Vereins flanieren in historischen Gewändern durchs Gebäude. Die Kunsthistorikern Dr. Britta Spranger zeigt Kindern den Schmuckhof.

In zwei Sälen des Badehauses wird es den ganzen Tag über Lesungen geben. Der Landbote wird dort seine Projekt einer Internetzeitung für Rhein-Main und Mittelhessen vorstellen und Landbote-Autor Klaus Nissen seinen Limes-Wanderführer präsentieren. Die Badezelle 23 des Badehauses 7 beherbergt während der Buchmesse die Landbote-Redaktion. Dort stellen sich die Landbote-Autoren vor und interviewen  interessante Leute aus der Region. Wir berichten direkt von der Buchmesse. Die Besucher können uns dabei zuschauen. Wer Vorschläge für Interviews während der Buchmesse hat oder Themen für unsere Vorberichterstattung vorschlagen möchte, kann das per Email an info@landbote.info tun.

In diese Badezelle zieht zur Buchmesse die Landbote-Redaktion ein.

 

Ernst-Ludwig-Buchmesse, Sonntag, 9. April 2017, 10 bis 18 Uhr, Badehaus 7, Sprudelhof Bad Nauheim. Eintritt frei.

ernst-ludwig-buchmesse.de

2 Gedanken zu „Buchmesse Bad Nauheim“

  1. An sich sehr schön zusammengefasst.

    Nur: das „erste Gemetzel der Weltgeschichte“ muss man uns Deutschen nicht auch noch in die Schuhe schieben – mir fällt da in Europa seit dem Trojanischen Krieg jede Menge ein, was die Vorfahren unserer heutigen Nachbarn zu verantworten hatten…

    Von Ernst-Ludwig von Hessen sind mir keine Äußerungen bekannt, die auf eine besondere Lust am Massenmord schließen lassen, auch wenn er natürlich funktional dem Militär des Kaiserreichs angehörte. Insofern war der Querverweis von seiner Regentschaft auf den nach aktuellem Forschungsstand von den Eliten aller beteiligten Länder gewollten 1. Weltkrieg schlicht daneben…

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