Balneologisches Institut

Auf Baustellenklänge folgen klassische Töne

Wie sieht es derzeit im ehemaligen Balneologischen Institut (BI) am Rande des Sprudelhofs aus? Wie weit ist die Sa­nierung mittlerweile vorangeschritten? Bürger­meis­ter Klaus Kreß (parteilos) überzeugte sich vor wenigen Tagen vom Fortschritt der Bauarbeiten.

Die Musikschule Bad Nauheim wird in das ehemalige Balneologische Institut im Sprudelhof übersiedeln. Bereits 2018 soll die Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks beginnen.

Landrat Jan Weckler (CDU), der städtische Fach­be­reichsleiter Jürgen Patscha und Archi­tekt Christian Möller begleiteten ihn dabei. In die Räume soll künftig die Musik­schule Bad Nau­heim einziehen, da die aktuelle Unter­kunft in der Rotdorn­stra­ße als Erweiterung für die Grundschule dienen soll: der dort befindlichen Außenstelle der Stadt­schule an der Wil­helms­kirche. Stei­gende Schüler­zahlen sind der Grund dafür.

Balneologisches Institut: Jürgen Patscha, Christian Möller, Landrat Jan Weckler und Bürgermeister Klaus Kreß (von links) überzeugen sich von den Arbeiten. (Foto: Stadt Bad Nauheim)
Balneologisches Institut: Jürgen Patscha, Christian Möller, Landrat Jan Weckler und Bürgermeister Klaus Kreß (von links) überzeugen sich von den Arbeiten. (Foto: Stadt Bad Nauheim)

Geräusche von Presslufthämmern und ein reges Treiben durch die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens begrüßten die Eintretenden nun. Die Räume der ehemaligen Balneologie, die 1929 als wissen­schaft­liches Institut der Universität Gießen erbaut wurde, sind über drei Geschosse in zwei Flügeln L-förmig angeordnet. 1989 wurde der Komplex in ein Instituts­gebäude für klinische For­schungen der Max-Planck-Ge­sellschaft umgestaltet, bevor es unter anderem 2010 die damalige Landesgarten­schau GmbH und private Mieter nutzten.

1100  Quadratmeter Nutzfläche

Das denkmalgeschützte Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1100 Quadrat­me­tern be­fin­det sich derzeit von innen im Rohbau­zustand. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden Abbruch-, Entsorgungs- und Schadstoffsanierungsarbeiten durch­­ge­führt. Das ehemalige Institut wurde und wird komplett entkernt. Wände wur­den abge­bro­chen, andere hoch­gezogen. Trockenlegungsarbeiten, die Aufarbeitung historischer Fenster und Dämmung des Daches gehören ebenso zu der Sanierung wie Installations­ar­beiten und Innenausbau mit Schallschutz und Akustik.

Geschossdecken ertüchtigen

„Eine von vielen Herausforderungen stellte die erforderliche Ertüchtigung der Ge­schoss­­­decken über dem Erdgeschoss dar. Dies wurde aufgrund der statischen Anforde­rungen nötig“, erläutert Fachbereichsleiter Patscha. Dies sei kein einfaches Unterfangen gewesen.

Großes Raumprogramm

Neben 22 Proberäumen werden auch so genannte Elementarräume geschaffen, die für die frühkindliche Musikerziehung gedacht sind. Die Räume für lautere Instrumente wie Schlagzeuge oder für die Blechbläser kommen ins Untergeschoss, die für die leiseren Instrumente wie Streicher oder Blockflöten ins Obergeschoss. Drei Klavierräume werden im Erdgeschoss Platz finden, wo auch die Verwaltungsräume liegen. Ein repräsentativer Ensemble- und Konzertsaal mit Bühne und Platz für rund 140 Personen im Obergeschoss ergänzt das Raum­programm. „Hier war der ehemalige Hörsaal zu finden, das Schmuckstück des repräsentativen Hauses. Er wird nach historischem Vorbild mit seiner edlen Holzvertäfelung rekon­struiert“, erklärt Bür­ger­meister Kreß. Bei sämtlichen Schritten stehe die Stadt in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde.

Stadt und Kreis investieren

Die Gesamtkosten für den Umbau und die Sanierung betragen 3,15 Millionen Euro. Die Stadt investiert 2,15 Millionen Euro, der Wetteraukreis als Schul­träger leistet einen Zuschuss von einer Million Euro. Dies allerdings erst, wenn der Kreistag zustimmt. Die Zahlung des Zuschusses steht im Zusammenhang mit den frei werdenden Räumlich­kei­ten am Schulstandort in der Rotdornstraße.

Stadt und Kreis profitieren

Landrat Weckler ist von dem Projekt überzeugt: „Hier profitieren Stadt und Kreis gleichermaßen. Die steigenden Schülerzahlen in Bad Nauheim werden über die Er­weiterung der Räumlichkeiten in der Außenstelle ‚Rotdornstraße‘ der Stadtschule gut aufgefangen. Und schließlich gewinnt auch die Bad Nauheimer Musikschule durch künftig sehr repräsentative Räumlich­keiten in historischem Ambiente.“

Foto: Stadt Bad Nauheim
Foto: Stadt Bad Nauheim
Kulturgut Balneologisches Institut

Wie Rathauschef Kreß hinzufügt, bringe der Umbau des BI meh­rere Vorteile mit sich: „Wir schaffen nicht nur die benötigte neue Un­ter­kunft für die Musikschule, wir erhalten gleichzeitig das denkmalgeschützte Ge­bäu­de nachhaltig und bringen dort eine Bildungseinrichtung unter, die dem ursprünglichen Zweck des In­stituts ent­spricht.“ Es sei ihm ein besonderes Anliegen, dieses Kulturgut der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Musikschule Bad Nauheim

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