Bad Nauheim

Peter Heidt geht in den Bundestag

Der FDP-Politiker Peter Heidt aus Bad Nauheim rückt in den Bundestag nach. „Es ist eine tolle Sache für mich“, freut sich der 53-Jährige. Heidt, der den Einzug über die Landesliste bei der Bundestagswahl im September 2017 haarscharf verfehlte, rückt für Nicola Beer nach. Denn Beer, die aktuell FDP-Generalsekretärin ist, tritt als Spitzenkandidatin der Partei bei der Europawahl am Sonntag, 26. Mai an.
Peter Heidt aus Bad Nauheim rückt in den Bundestag nach (Bild: pv/VfB Friedberg)
Peter Heidt aus Bad Nauheim rückt in den Bundestag nach (Bild: pv/VfB Friedberg)

Beer will nach Europa, Heidt rückt nach

„Schon im letzten Jahr gab es die Überlegung, wer Spitzenkandidat für die Europawahl werden könne“, schildert Heidt im Gespräch mit dem Neuen Landboten. Im November habe er bereits mitbekommen, dass es auf Beer hinauslaufe. Seinerzeit wurde sie vom Bundesvorstand bestimmt, und auf dem Bundesparteitag im Januar wurde sie gewählt. „Das führt dazu, dass sie am ersten Juli nach Europa geht. Dann konstituiert sich dort das Parlament.“

Da es im Europaparlament keine 5-Prozent-Hürde gibt, dürfte sicher sein, dass Beer einen Sitz erhält. Der Bad Nauheimer hatte bei der Bundestagswahl auf Platz 7 der Landesliste gestanden, aber die hessische FDP hatte nur sechs Sitze bekommen. Da Beer ebenfalls aus Hessen stammt, ist nun er derjenige, der für sie in den Bundestag geht. „Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, aber nun ist es doch so gekommen“, sagt er.

Wie Heidt weiter schildert, wird er seine kommunalen Mandate im Kreistag des Wetteraukreises und Stadtparlament Bad Nauheim behalten und pendeln. „Wenn Sitzungswochen sind, bin ich in Berlin, anderenfalls in der Wetterau.“

Kommunale Basis nicht verlieren

Sicher werde er nicht mehr im städtischen Haupt- und Finanzausschuss aktiv sein, aber die Stadtverordnetenversammlung werde er weiter machen. Jedenfalls, sofern nicht gerade Sitzungswoche in der Hauptstadt ist.

Heidt: „Ich will die kommunale Basis nicht verlieren, diese Bürgernähe, den Kontakt, der hier geschieht. Ich will den Austausch weiter pflegen und die Kommunalpolitiker an dem teilhaben lassen, was passiert.“

Die Auftritte des Bad Nauheimers an heimischen Rednerpulten sind in der Regel lebhaft. Keine Sitzung vergeht, ohne dass er mehrfach deutlich seine Meinung vertritt. Wer dies kennt, wird sich fragen, ob er Heidt als Redner künftig oft im Fernsehen sehen kann.

„Sicher werde ich mich dort einbringen“, sagt er dazu. Doch als Neuer werde er sich wohl erst einmal hinten anstellen. Die hessischen Abgeordneten kenne er gut und freue sich auf die Zusammenarbeit.

Er bleibt in Kreistag und Parlament Bad Nauheim

Heidt macht seit 33 Jahren Politik. Es gibt kein Amt, für das er sich nicht schon beworben hat: Er war im Ortsbeirat, ist in Stadtparlament und Kreistag, kandidierte für Landtag, Bundestag und als Bürgermeister von Bad Nauheim. „Ich habe für alle Ämter kandidiert, die möglich sind“, bestätigt er. Dass es angesichts seines hohen Einsatzes relativ lange gedauert habe, bis ihm nun der Sprung nach Berlin glückte, bejaht er.
Entgegen der landläufigen Meinung sei die FDP keine ganz kleine Partei. Insofern sei es schwieriger, ein Mandat zu bekommen. „Wir haben sehr wenig Karteileichen, sondern viele, die engagiert sind und in die Berufspolitik wollen.“

Vermutlich Sportausschuss

In Berlin wird er voraussichtlich in den Sportausschuss gehen. „Das sieht gut aus – das andere muss man sehen“, sagt er. Von der Hauptstadt aus will er auch die neue Multifunktions-Arena in Bad Nauheim weiter im Blick haben. „Ich übernehme das Bundestagsbüro von Nicola Beer mit tollen Mitarbeitern. Von dort kann ich ganz anders recherchieren, welche Fördermöglichkeiten es gibt.“

Webseite des deutschen Bundestags:
https://www.bundestag.de/

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