Kunstverein Bad Nauheim

Ausstellung bewegt

Unter dem Motto „Der bewegte Moment“ zeigen drei Künstler in der 6. Ausstellung 2017 des Kunstvereins Bad Nauheim vom 12. August bis 17. September ihre Werke. Bilder von Jürgen Paas, sich bewegende Objekte von Erwin Herbst und „Copy-Sights“ (Installationen aus Kopien) von Michael Ecker sind zu sehen.

Kopien werden zum Original

Michael Ecker, geboren 1954 in Frankfurt am Main, hat von 1982- 1986 ein Studium der Geschichte und visuellen Kommunikation absolviert. Seit 1997 hat er die Copy-Kunst zu seinem Thema gemacht. Bei seinen „Copy-Sights“ mutiert das durch die Vervielfältigung zunächst zerstörte Original zur Massenware und generiert durch die manuelle Transformation erneut zum Original, „gleich dem Phönix, der sich erneuert aus seiner eigenen Asche erhebt“, so der Kunstverein in seiner Pressemitteilung zur Ausstellung.

Copy-Kunst von Michael Ecker

Erwin Herbst erzeugt mit seinen filigranen, häufig mehrteiligen Skulpturen Spannung aus dem Kontrast zwischen der Schwere des Materials und der Leichtigkeit der formalen Gestaltung. Rundstäbe aus Stahl beschreiben geometrische Formen an der Wand oder im Raum. Die Bodenarbeiten des 1958 in Löchgau geborenen Bildhauers bestehen zumeist aus einem starren und einem mit diesem verbundenen beweglichen Element, das die Grundform der Plastik wiederaufnimmt und um das Moment der Bewegung ergänzt. „Die durch Luftzug oder Anstoßen in Schwingung, Pendel- oder Drehbewegung versetzten Skulpturen überraschen durch die Vielfalt der sich ergebenden Formen und beginnen ein Spiel mit der räumlichen Vorstellung des Betrachters“, so der Kunstverein.

Erwin Herbst zeigt seine bewegten Skulpturen

Jürgen Paas, 1958 in Krefeld geboren, lebt und arbeitet in Essen. Von 1981 bis 1987 studierte er an der Hochschule Essen bei László Lakner, Rudolf Vombeck und Franz Rudolf Knubel; von 1991 bis 1992 folgte ein Studium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris. 2001 erhielt er einen Lehrauftrag für Malerei am Institut für Kunst und ihre Didaktik an der Universität Dortmund und 1995 bis 2002 einen Lehrauftrag für Bildnerische Experimente an der Hochschule Essen. Von 2002 bis 2003 war er als Professor für Malerei am Institut für Kunst und ihre Kunsttheorie an der Universität Köln tätig.

„Formal greift Jürgen Paas Elemente der Minimal Art auf – er schafft Rechtecke, Quadrate, Kuben und übersetzt sie in ein offenes Malereisystem, das Einzelaspekte wie Farbe, Form und Raum befragt. Hierbei verbindet er Systematik und Ordnung mit Regellosigkeit, die sich in einer äußerst variablen Materialmalerei äußert. Seit jüngerer Zeit gehören auch der Kreise und Kreissegmente zum Formenvokabular des Künstlers“, schreibt der Kunstverein. Auf die Wand gemalte und montierte farbige Figurationen würden im Dialog mit den darauf oder daneben platzierten Archivsystemen von Halterungen, Farbtafeln und Farbbändern stehen. Die Kreis, Rechteck und Quadrat gäben eine mathematische Klarheit vor, im Zusammenspiel aber suggerierten sie einen rhythmischen Zusammenklang, „der im Sinne synästhetischer Wahrnehmung ein polyphones Gesamtkunstwerk zur Anschauung bringt“.

Jürgen Paas greift Elemente der Minimal Art auf.

6. Kunstausstellung 2017 des Kunstvereins Bad Nauheim „Der bewegte moment“ mit Werken von  Michael Ecker, Erwin Herbst und Jürgen Paas,  12.8. bis 17.9.2017, Galerie in der Trinkkuranlage, Ernst-Ludwig-Ring 1, 61231 Bad Nauheim. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

Vernissage: Freitag, 11. August 2017, 19 Uhr.

Ein Künstlergespräch ist am Sonntag, 27. August 2017, um 15 Uhr, in der Galerie ein Künstlergespräch. Eintritt frei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.