Alle Beiträge von Bruno Rieb

Rewe Wölfersheim

Rewe Wölfersheim

Protest gegen Landvernichtung

Von Detlef Sundermann

Die Rewe Zweigniederlassung Mitte will ihr Frischelager in Rosbach sowie das Logistigcenter mit Tiefkühl- und Trockenprodukten in Hungen (Kreis Gießen) an einen Standort zusammenlegen, um die Warenverteilung an Filialen von Kassel bis an den Rand der südlichen Wetterau effizienter zu betreiben. Der Handelskonzern hat sich für sein Vorhaben eine Fläche zwischen der Autobahn 45 und dem Wölfersheimer Ortsteil Berstadt ausgeguckt. 300 000 Quadratmeter Ackerboden werden damit weitgehend unter Beton für Gebäude, Lade- und Verkehrsfläche verschwinden. Das Projekt stößt auf Protest.

Grüne, Bauern und Kirchen dagegen

Das Gemeindeparlament hat der Rewe-Ansiedlung mehrheitlich zugestimmt. Der Regionalverband ist dem Vernehmen nach dem Vorhaben positiv eingestellt. Die Kreis-Grünen äußerten jedoch als eine der ersten in einem offenen Brief erhebliche Bedenken. Sie fordern die Grundbesitzer zu Widerstand beim Verkauf auf. Das Logistikcenter soll 2020 eröffnet werden. Auch Bauernverband, Kirchen und Umweltinstitutionen im Kreis geht das Bauvorhaben zu weit. In einer gemeinsamen Resolution „Stoppt den dramatischen Flächenverbrauch und die Landschaftszerstörung durch Bauflächen und Straßenbau“ fordern sie die Verantwortlichen zum Umdenken auf – und das nicht nur in Sachen Rewe.

Wozu eines neue Rewe-Verteilzentrum?

In Hungen und Rosbach reicht die Lagerfläche seit geraumer Zeit nicht mehr, heißt es von Rewe Mitte in Rosbach. Ein Ausbau sei nicht möglich oder von der räumlichen Lage her betrachtet ungünstig. „Besonders beim Feiertagsgeschäft wird es eng“, sagt Anja Krauskopf, Pressesprecherin bei Rewe Mitte, auf Anfrage des „Landboten“. Zudem sei das Sortiment im Laufe der Jahre auf mehr als 23 000 Artikeln gewachsen. Zwischen Hungen und Rosbach gebe es damit immer mehr Querverkehr etwa für Leergut, was für die Bewohner der Kommunen entlang der B 455 nicht gut sei, der Umwelt und den Betriebsausgaben nicht gut tue, heißt es. Aber auch der straffe Expansionskurs der Supermarktkette Rewe verlangt nach einem größeren und effizienterem Logistikcenter mit einer Fläche von 100 000 Quadratmetern, räumt Anja Krauskopf ein.

Laut Rewe entsprechen die Großlager in Rosbach und Hungen kaum den selbstgesetzten Nachhaltigkeitsanforderungen beim Energieverbrauch und der Gestaltung der Außenanlage, die in Wölfersheim in Kooperation mit dem Nabu entstehen soll. Ein erhebliche Manko bestehe ebenso bei den derzeitigen Arbeitsplätzen, die alles anderes als den heutigen Forderungen nach Arbeitsplatzergonomie gerecht würden. Als Vorbild für Wölfersheim nennt Krauskopf das 2014 eröffnete Zentrallager bei Neu-Isenburg (Kreis Offenbach), das rund ein Drittel kleiner ist als das künftige in der Wetterau und von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit der Gold-Medaille ausgezeichnet worden ist, sagt Krauskopf. Ob die Architektur aus Neu-Isenburg weitgehend auf Wölfersheim übertragen wird, ist noch nicht bekannt. Das „RED 62“ ist knapp 370 Meter lang, gut 172 Meter breit und 30 Meter hoch. Ungeklärt sei für Wölfersheim noch der Automatisierungsgrad. In einem modernen Hochregallager, wie es etwa seit wenigen Jahren die Hassia in Bad Vilbel betreibt, holt der Mensch nichts mehr aus den Regalen.

Gibt es neue Jobs?

Nicht wirklich. Mit dem Neubau werden Arbeitsplätze verlagert, erläutert Pressesprecherin Kraushaar. In Wölfersheim sollen einmal rund 550 Beschäftige (darunter ein nicht geringer Anteil sind Fahrer) bei Rewe Mitte unter Vertrag stehen – und das augenscheinlich noch gar nicht einmal sehr zu Lasten der Altstandorte Rosbach und Hungen. Die Betriebe bleiben weiterhin in Hand des Konzerns, sie sollen von Tochterunternehmen genutzt werden. In Hungen werden rund 200 Jobs etwa in Servicecenter, Verwaltung und Werbung entstehen, heißt es. In Rosbach verbleibe die Logistik für die Penny-Märkte der Rewe-Gruppe… (zum weiterlesen auf Batahl-Button drücken)

Luise-Büchner-Preis

Barbara Beuys ausgezeichnet

Der Luise-Büchner-Preis für Publizistik geht in diesem Jahr an die Autorin Barbara Beuys (Foto: P.Brunner – Luise Büchner-Gesellschaft). Sie erhält ihn für ihren „wichtigen Beitrag zur Frauengeschichtsschreibung“, so die Jury. Der Preis wird von der Luise-Büchner-Gesellschaft in Darmstadt verliehen und ist mit 2500 Euro dotiert. Luise-Büchner-Preis weiterlesen

Feierabendtreff

Musik und regionale Produkte in Friedberg

Noch einmal, weil‘s so schön war. Der Feierabendtreff auf dem Elvis-Presley-Platz in Friedberg (Hessen) erlebt seine zweite Auflage am Mittwoch, 14. Juni 2017. Wie es sich gehört, gibt es auf dem nach dem Rock‘n‘Roll-König benannten Platz wieder reichlich Musik. Dazu werden an 17 Marktständen regionale Produkten, Speisen und Getränke angeboten. Feierabendtreff weiterlesen

Offene Gartenpforte Hessen

Einblick in private Paradiese

Von Corinna Willführ

Wie sieht eigentlich ein Cottage-Garten aus? Was wächst in einem Naschgärtchen? Wie fühlt man sich in einem parkartigen Grundstück, das künstlerisch gestaltet wurde? Antworten auf diese Fragen bekommen die Besucher der „Offenen Gartenpforte Hessen“ am 10. und 11. Juni 2017. Rund fünf Dutzend private Gartenbesitzer von Kassel bis Darmstadt beteiligen sich an dem Projekt. Die vielen Punkte auf der Landkarte der Veranstalter im Rhein-Main-Gebiet lassen sich kaum zählen. Mit dabei ist auch Almut Gwiasda mit ihrem „Natürlich gestalteten Garten einer Hofreite“ in der Taunusgemeinde Wehrheim. Offene Gartenpforte Hessen weiterlesen

Reinecke Fuchs

Hans Schwab spielt Goethes Fabel

Von Elfriede Maresch

In eine Fabel über das Überleben in einer Welt der Machtkämpfe und Skrupellosigkeiten verwandelt Hans Schwab Goethes „Reinecke Fuchs“. Mit dem szenischen Spiel ist er am Freitag, 9. und am Samstag, 10. Juni 2017 um 20.30 im Brettl-Palast in Ortenberg-Selters zu sehen. Reinecke Fuchs weiterlesen

Holocaust

Überlebende Hanka Weingarten berichtet

Hanka Weingarten, geborene Wertheimer, hat als Kind das Grauen des Holocaust erlebt. Der Vater und die Mutter starben, viele Angehörige auch. Sie überlebte schwerkrank. Heute gibt sie ihre Erfahrungen an die jüngere Generation weiter. In der Karl-Weigand-Schule in Florstadt sprach sie vor Schülern der beiden Abschlussklassen. Holocaust weiterlesen

Butzbach

Plädoyer für mehr Grün in der Stadt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Butzbach (Bund) hat sich seine Stadt genau angeschaut und zu wenig Grün gefunden. Das dokumentiert ermit einer Diaschau auf Youtube und zeigt zugleich, wie es besser gemacht werden könnte. Butzbach weiterlesen

Hessenpark

Bilderreise mit Zügen, die es nicht mehr gibt

Von Corinna Willführ

Für Reisende, die im Tanzabteil vom Vogelsberg an die Mosel fuhren, war die Reise ein Vergnügen. Für Pendler, die von Lauterbach nach Frankfurt mussten, war die mehrstündige Fahrt eine Tortur. Für Ernst Bäppler und Wilfried Kohlmeier ist die 1975 stillgelegte Vogelsbergbahn ein Faszinosum. Ihre Leidenschaft für die Eisenbahn und die Fotografie haben sie in tausenden Bildern festgehalten. Eine Auswahl zeigt die Sonderausstellung „Die Vogelsbergbahn zwischen Lauterbach und Stockheim – eine Fotodokumentation von 1940 bis 1975“ im Freilichtmuseum Hessenpark. Hessenpark weiterlesen

Stunde der Gartenvögel

Nabu meldet Rekordbeteiligung

Eine neue Rekordbeteiligung gab es bei der 13. Stunde der Gartenvögel, teilt der Naturschutzbund Hessen (Nabu) mit. Bundesweit wurden vom 12. bis 14. Mai 2017 die Gartenvögel gezählt. „In Hessen meldeten über 3.500 Vogelfreunde knapp 79.000 Vögel“, so der Nabu. Ergebnis: „Der Haussperling bleibt mit 5,1 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise und Blaumeise.“ (Foto: Lucas Weitzendorf/Wikipedia) Stunde der Gartenvögel weiterlesen

Reggae bis Hip-Hop

Culcha Candela in Friedberg

Culcha Candela feiern Geburtstag. Am 7.7.17 wird die Band 15 Jahre alt und bevor sie im Oktober und November durch Deutschland, die Schweiz und Österreich touren, stellen sie ihr Jubiläumsalbum am 18. August 2017 in Friedberg (Hessen) vor.  Die Band aus Berlin mixt erfolgreich  Reggae, Dancehall und Hip-Hop. Was die Konzertbesucher erwarten darf, warum Culcha Candela jetzt ein eigenes Label hat und warum bei ihnen auch nach 15 Jahren der Spaß an erster Stelle steht, steht hier im Interview mit Bandmitglied Mateo Jaschik: Reggae bis Hip-Hop weiterlesen