Altes Hallenbad

Wetterauer Kulturpreis für Theater-Projekt

Das Theater Altes Hallenbad in Friedberg erhaält den mit 2500 Euro dotierten Wetterauer Kulturpreis 2017. Er geht an Ulrich Lang, Hans-Jürgen Salatzkat und Reinhard Wilk stellvertretend für den Vorstand des Hallenbad-Vereins, wie Landrat Joachim Arnold (SPD) in Presseerklärung mitteilt.

Imposantes Jugendstilgebäude neu genutzt

„Ulrich Lang, Hans-Jürgen Salatzkat und Reinhard Wilk sind die geistigen Väter des Theaters und haben mit langem Atem und viel Phantasie, Kreativität und Überzeugungskraft den wesentlichen Beitrag dazu geleistet, um aus einem alten, dem Verfall preisgegebenen historischen Bauwerk der Stadt Friedberg ein Kulturzentrum mit überregionalem Ruf zu errichten“, sagt Arnold.

Die Preisträger mit Landrat: (von links) Landrat Joachim Arnold, Hans-Jürgen Salatzkat, Ulrich Lang und Reinhard Wilk. (Foto: Wetteraukreis)

Das imposante Jugendstilgebäude in der Friedberger Haag-straße 29 hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich, heißt es in der pressemitteilung des Wetteraukreises. Ende des 19. Jahrhunderts gründete sich in Friedberg ein Bürgerverein mit dem Ziel, eine für alle Bürgerinnen und Bürger zu nutzende Badeanstalt zu errichten. Durch zwei großzügige Spenden Friedberger Bürger wurde die Gründung einer Aktiengesellschaft vorbereitet. Im Juli 1907 erfolgte der Beschluss des Stadtparlaments zum Bau eines Hallenbades. Im Februar 1908 wurde der erste Spatenstich gemacht und nach 16. Monaten Bauzeit war das Friedberger Hallenbad errichtet, ganz wesentlich als Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements.

Bad 1980 geschlossen

Zahlreiche Um- und Ausbauarbeiten folgten in den nächsten Jahrzehnten bis die Attraktivität des Bades in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts immer mehr abnahm. 1980 wurde das Bad endgültig geschlossen. 1985 wurde das Alte Hallenbad als Denkmal bürgerschaftlichen Gemeinsinns unter Denkmalschutz gestellt. Danach gab es eine ganze Reihe von Vorschlägen und Ideen, wie das historische Gebäude wieder genutzt werden könnte.

Durchgesetzt hat sich schließlich die „Gesellschaft der Freunde Theater Altes Hallenbad Friedberg e.V.“, die sich in eine gemeinnützige Gesellschaft wandelte und 2009 mit der Stadt einen langfristigen Erbpachtvertrag unterzeichnete.

Es folgten zahlreiche Baumaßnahmen, oft in Eigenregie, vor allem in Eigenfinanzierung durchgeführt. 2013 wurde das Alte Hallenbad feierlich, zunächst noch als provisorisches Kulturzentrum, eröffnet. Seitdem bereichert das Alte Hallenbad die Kulturszene Friedbergs und der Wetterau ungemein. Der Nutzen ist vielfältig, ein denkmalgeschütztes Gebäude wird erhalten, eine über Jahre brachliegende Immobilie mitten in der Stadt aufgewertet und Bürgerinnen und Bürgern schon während der Bauphase ein sehr ansprechbares und ambitioniertes Kulturprogramm geboten. Dies alles vor dem Hintergrund, dass das erforderliche Kapital zu großen Teilen aus der Bürgerschaft stammt und über Spenden eingeworben wurde, ganz so wie es die ursprüngliche Idee des Hallenbades war.

Mit der Verleihung des Wetterauer Kulturpreises soll das Wirken von Ulrich Lang, Hans-Jürgen Salatzkat und Reinhard Wilk, stellvertretend für alle anderen Beteiligten, öffentlich gewürdigt werden. Ulrich Lang, Hans-Jürgen Salatzkat und Reinhard Wilk stehen stellvertretend für das bürgerschaftliche Engagement der Menschen, die für das Alte Hallenbad in Friedberg eingetreten sind und damit etwas ganz Großartiges geschaffen haben.

Die Preisverleihung ist für Dienstag, 14. November 2017, 19 Uhr, im Theater Altes Hallenbad vorgesehen.

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